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Kochbuch-Test: Wilde Beeren: Eine Liebeserklärung an das Landleben

Wie schmeckt eigentlich Sommer in Gläsern? Sind es die Beeren, die süß oder herzhaft zu Marmelade oder Ketchup gemacht werden? Egal. Denn das Kochbuch "Wilde Beeren" bringt den Sommer in jede Küche.

Von Susanne Gräfe

Eines vorweg: Auf meiner Terrasse habe ich jetzt Erdbeeren und schwarze Johannisbeeren, mitten in der Stadt. Ich mag den Sommer, ich mag Beeren - als Kind habe ich sie immer direkt vom Strauch gepflügt und gegessen. Und ich liebe die Natur. Für Menschen wie mich ist das Kochbuch "Wilde Beeren" von Luisa Ellert gemacht. Es ist unaufgeregt, zeigt das Landleben vom Frühjahr bis zum Winter und trägt liebevoll einfache Rezepte zusammen, für die man kein Kochprofi sein muss. Dieses Kochbuch ist aber nicht nur eine Sammlung von Rezepten, es ist auch eine Liebeserklärung an das Landleben.

Viele kleine Geschichten und schöne Fotos aus der Steiermark bereichern die Wartezeit, bis das Gekochte gar ist und serviert werden kann. Man braucht nur ein wenig Geduld, bis die ersten Beeren endlich reif sind und man die Rezepte - eines nach dem anderen - ausprobieren kann. Das habe ich in den letzten zwei Monaten getan.

Maiwipferl-Sirup

Ich startete im Mai mit "Maiwipferlsirup", denn frische Beeren gab es damals noch nicht. Beim Waldspaziergang erinnerte ich mich an das Rezept und sammelte frische "Maiwipferl", das sind junge Tannentriebe. Diese werden erst geputzt, gewaschen und getrocknet und anschließend in einem Einmachglas abwechselnd mit Zucker geschichtet: eine Lage Tannentriebe, eine Lage Zucker und wieder von vorne. Ich stellte das fest verschlossene Glas vier Wochen an einen sonnigen Platz auf meiner Fensterbank. Was am Anfang noch ganz hübsch aussah, verändert sich mit der Zeit deutlich.

Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich die etwas unappetitlich aussehende Masse tatsächlich zum Verzehr eignen wird. Nach vier Wochen öffnete ich das Glas neugierig. Ein intensiver Duft nach Tanne breitete sich aus. Den Inhalt goss ich in ein mit Küchenleinen ausgelegtes Sieb, presste das Tuch kräftig aus und der Sirup lief durch das Sieb in die Schüssel. Ich konnte es kaum glauben: Der Sirup schmeckte richtig gut. Der Geschmack erinnerte mich ein wenig an den Hustensaft meiner Kindheit. Und tatsächlich: Er kann auch als natürlicher Hustensaft für Kinder verwendet werden. Außerdem eignet er sich zum Würzen von Süßspeisen und Wildgerichten.

Himbeeressig

Als die ersten Himbeeren des Jahres reif waren, suchte ich mir ein Rezept für Himbeeressig aus. Zugegeben, ich nahm es, weil es sich sehr einfach anhörte. Und da ich gerne Salate esse, ist ein Dressing mit selbst gemachtem Himbeeressig natürlich etwas ganz besonderes. Der Himbeeressig ist wirklich einfach zuzubereiten (siehe Rezept weiter unten). Man gibt die Himbeeren in ein großes Glas und füllt es mit Rotweinessig auf. Dazu kommen ein Stück Ingwer, geschält und in feine Scheiben geschnitten, sowie Pfefferkörner. Gut verschlossen lässt man dies eine Woche an einem dunklen Ort ziehen.

Nach der Ruhephase gießt man den Saft durch ein mit Küchenleinen oder einem Kaffeefilter ausgelegtes Sieb. Die Himbeeren leicht andrücken, die Flüssigkeit in eine Flasche füllen und fertig ist der Himbeeressig für den Sommersalat. Der Salat schmeckt nun doppelt so gut. Die fruchtige Himbeernote ist deutlich herauszuschmecken.

Himbeer-Mango-Marmelade mit Limette

Marmeladen habe ich schon einige gekocht. Dieses Rezept geht sehr schnell, und man sollte dafür eine vollreife Mango im Haus haben, nur dann schmeckt es richtig gut. Die Mango wird mit Limettensaft fein püriert, mit Gelierzucker und Himbeeren in einem Topf zum Kochen gebracht und bei milderer Hitze weiter gekocht und abgefüllt. Das Frühstücksbrot schmeckt damit richtig lecker. Mehr süß als sauer, sehr fruchtig und cremig. Geschmacklich gefällt mir diese Frucht-Kombination sehr. Das erste Glas ist schon fast leer. Die Marmelade muss ich demnächst unbedingt noch einmal kochen - bevor der Sommer wieder vorbei ist.

Ribisel-Tomaten-Ketchup

Pünktlich zur Grillsaison sind die Ribisel (rote Johannisbeeren) reif. Ich versuche mich am Tomaten-Ketchup. Tomatenwürfel werden in einen großen Topf gegeben und zusammen mit roten Johannisbeeren, Kristallzucker, Weißweinessig, schwarzen Pfefferkörnern, getrockneten Lorbeerblättern und Senfkörnern ca. 35 Minuten geköchelt, anschließend durch ein Sieb passiert. Getrocknete, grob zerbröselte Chilischoten runden den Geschmack ab. Das Püree wird köchelnd auf die Hälfte reduziert.

Ich ahne schon beim Kochen, wie herrlich das schmecken wird. Es duftet ausgezeichnet. Den heißen Ketchup kann man einfach wie Marmelade in Gläser abfüllen - fertig. Ein wenig stolz tische ich beim Grillen das Ketchup auf. Mein Freund probiert und sagt lächelnd: "Das ist sehr fruchtig, es könnte noch ein klein wenig schärfer sein. Davon kannst Du gern noch mehr machen." Es schmeckt also nicht nur mir. Ich werde nie wieder gekauften Ketchup essen können.

Fazit

Das Buch hält auf jeden Fall, was es verspricht: Die Rezeptbeschreibungen sind kurz, knapp und sehr gut zu verstehen. Das Kochbuch beschäftigt sich nicht nur mit dem Thema Einkochen. Es gibt Rezepte für Kuchen und Nachtische, Soßen, Salate, Liköre und noch viel mehr. Die Zeitangaben treffen zu. Die Zutaten sind einfach zu besorgen. Ich habe ein wenig Sommer in Gläsern abgefüllt. Vermutlich werden sie bis zum Winter schon geleert sein.

Aber der Sommer ist noch nicht vorbei. Und ich habe noch ein paar leere Gläser. Meine Sehnsucht nach lustvollem Landgenuss ist aufgeblüht, und ich werde nächsten Sommer meine Terrasse bestimmt noch mit weiteren Beerenpflanzen bestücken.

Es ist ein tolles, sinnliches Buch mit schönen Fotos und guter Gliederung. Die Einfachheit der Rezepte und Erklärungen ermöglichen auch Anfängern Erfolgserlebnisse. Man sollte allerdings Beeren mögen, denn in diesem Buch dreht sich wirklich alles nur um sie.

Unser stern-Ergebnis: fünf von fünf Sternen

Plus:
Optisch ansprechend.
Leicht nachzukochen.
Einfach lecker.
Minus:
Leider nur für den Sommer geeignet, es sei denn, man nimmt tiefgefrorene Beeren.
Für wen ist es geeignet?

Haben Sie Appetit bekommen? Dann finden Sie die Rezepte auf den nächsten Seiten.

Himberessig

Zutaten für ca. 750 ml Essig

  • 300 g vollreife Himbeeren, verlesen
  • 750 ml Rotweinessig
  • 1 Stück frischer Ingwer (2 cm), geschält
  • 10 schwarze Pfefferkörner

Dauer: 10 Minuten
Ruhezeit : 1 Woche

Zubereitung

1. Die Himbeeren in ein großes Einmachglas oder Schraubglas geben und den Rotweinessig darübergießen.

2. Den Ingwer in feine Scheiben schneiden und mit den Pfefferkörnern in das Glas geben.

3. Das Glas fest verschließen. Den Essig ca. 1 Woche an einem kühlen, dunklen Ort durchziehen lassen.

4. Den Essig durch ein mit Küchenleinen oder einem Kaffeefilter ausgelegtes Sieb gießen. Die zurückgebliebenen Himbeeren leicht andrücken – der Essig wird dadurch zwar leicht trüb, er hat aber ein volleres Himbeeraroma.

5. Den Himbeeressig in eine Flasche füllen und kühl und dunkel aufbewahren.

Der Himbeeressig ist ca. 9 Monate haltbar – danach verliert sich sein Aroma.

"Maiwipferlsirup"

Zutaten für ca. 500 ml Sirup

  • 200 g »Maiwipferl« (junge Tannentriebe)
  • 500 g Kristallzucker

Dauer: 15 Minuten
Ruhezeit : 4 Wochen

Zubereitung

1. Die Tannentriebe putzen, waschen und auf einem Geschirrtuch trocknen lassen.

2. 1 Lage Tannentriebe in ein großes Einmachglas oder Schraubglas (1 l Fassungsvermögen) geben und 6–7 EL Zucker darüberstreuen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis alle Tannentriebe und aller Zucker aufgebraucht sind.

3. Das Glas fest verschließen und ca. 4 Wochen an einen sonnigen Ort stellen.

4. Den entstandenen Sirup durch ein mit Küchenleinen ausgelegtes feines Sieb gießen, anschließend in Flaschen abfüllen.

Der Sirup ist kühl und dunkel gelagert etwa 1 Jahr haltbar. Er eignet sich zum Würzen von Süßspeisen und Wildgerichten und ist auch ein natürlicher Hustensaft für Kinder.

Himbeer-Mango-Marmelade mit Limette

Zutaten für 6 Gläser (à 125 ml)

  • 1 vollreife Mango
  • 2 Limetten
  • 600 g Gelierzucker ( 1 : 1 )
  • 500 g Himbeeren, verlesen

Dauer: 30 Minuten

Zubereitung

1. Die Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Kern schneiden und in grobe Stücke schneiden.

2. Das Mangofruchtfleisch mit dem frisch gepressten Saft der Limetten in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Stabmixer fein pürieren.

3. Den Gelierzucker, das Mangopüree und die Himbeeren in einen breiten Topf geben, vermengen und langsam zum Kochen bringen. Die Hitze etwas reduzieren und die Marmelade etwa 5 Minuten unter mehrmaligem Rühren kochen lassen.

4. Den Topf vom Herd nehmen. Die Marmelade mit dem Stabmixer kurz durchmixen.

5. Die heiße Marmelade in kleine Einmachgläser oder Schraubgläser füllen und diese fest verschließen. Die Marmelade vollständig abkühlen lassen.

Die Marmelade ist kühl und trocken gelagert 2 bis 3 Monate haltbar.

Ribisel-Tomaten-Ketchup

Zutaten für ca. 650 ml

  • 1 kg vollreife Tomaten
  • 360 g Ribiseln (rote Johannisbeeren)
  • 200 g Kristallzucker oder brauner Zucker
  • 125 ml milder Weißweinessig
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 3 getrocknete Lorbeerblätter
  • 1 TL helle Senfkörner
  • 3 kleine getrocknete rote Chilischoten, grob zerbröselt
  • Salz

Dauer: 1 1 ⁄2 Stunden

Zubereitung

1. Die Tomaten waschen und vierteln, die Stielansätze herausschneiden. Die Tomaten in große Würfel schneiden und in einen großen Topf geben.

2. Die Johannisbeeren abzupfen und zu den Tomaten geben. Den Zucker und den Essig sowie die Pfefferkörner, die Lorbeerblätter und die Senfkörner hinzufügen. Alles auf kochen und bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren ca. 35 Minuten köcheln. Den Topf vom Herd nehmen. Den Inhalt kurz abkühlen lassen.

3. Den gesamten Topfinhalt durch ein Sieb in einen zweiten Topf passieren. Die zerbröselten Chilischoten hinzufügen und das Püree leise köchelnd auf die Hälfte reduzieren. Das Ribisel-Tomaten-Ketchup mit Salz abschmecken.

4. Das heiße Ribisel-Tomaten-Ketchup in kleine heiß ausgespülte Schraubgläser oder Schraubflaschen füllen. Diese sofort verschließen und das Ketchup abkühlen lassen.

Das Ketchup ist kühl und trocken gelagert ca. 6 Monate haltbar. Das Ketchup passt zu Grillfleisch oder -wurst, Frischkäse und kaltem Braten.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(