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"Meine perfekte Ernährung": Clean Eating ist der coole Weg, gesund zu leben

Clean Eating ist kein neues Phänomen, derzeit aber wieder in aller Munde. Im fünften Teil unserer Reihe "Meine perfekte Ernährung" erklärt eine Ökotrophologin, was sich dahinter verbirgt – und warum es wohl keine bessere Ernährung gibt.

Für sie ist die perfekte Ernährung Clean Eating: Sarah Schocke (links) und Freundin Eva Dotterweich

Für sie ist die perfekte Ernährung Clean Eating: Sarah Schocke (links) und Freundin Eva Dotterweich

Sarah Schocke hat gemeinsam mit ihrer Freundin Eva Dotterweich ein Buch über Clean Eating geschrieben: "Clean Eating - Echtes Essen. Natürliche Bewegung. Neues Lebensgefühl". Sie verzichten auf weißes Mehl, weißen Zucker und Industrieprodukte. Drei Regeln, die Sarah Schocke für sich so identifiziert hat. Was aber nicht heißt, dass sie sich zucker- oder weizenfrei ernährt. Sie ersetzt den Zucker mit Vollrohrzucker, Agavendicksaft oder Ahornsirup. Den weißen Weizen mit Vollkorn- oder Kastanienmehl. Andere "Clean Eater" seien sehr viel strenger in ihrer Ernährung.

"Clean Eating ist ein moderner Begriff für etwas, das es schon lange gibt", sagt die studierte Ökotrophologin Sarah Schocke im Gespräch mit dem stern. Wie es mit Ernährungstrends so ist, wird auch der Hype um Clean Eating wieder verpuffen und schließlich das bleiben, was es wirklich ist: die Vollwerternährung. Die untersteht keineswegs strengen Reglements. Im Gegenteil: Jeder kann sich Clean Eating so auslegen, wie es am besten für ihn passt.

Warum sich Sarah Schocke clean ernährt

"Ernährungswissenschaftler propagieren schon seit langem, dass die Vollwertkost die gesündeste sei. Da schließe ich mich mit ein. Bei mir war es dennoch ein schleichender Prozess", sagt die Frankfurterin Sarah Schocke. Schon im Studium begann sie mehr zu kochen, Industrieprodukte landeten immer seltener im Einkaufskorb.

Clean Eating ist aus ökotrophologischer Sicht sehr sinnvoll. Die Ernährungsweise ist ballaststoff-, mineralstoff- und vitaminreich. Das ist der 33-Jährigen sehr wichtig, deshalb ernährt sie sich auch clean. "Ich bin dabei auf keinen Fall streng in meiner Ernährung. Für mich ist es vor allem wichtig, dass es alltagstauglich ist." Wenn Sarah es nicht schafft, Brot selbst zu backen, dann kauft sie sich auch Roggensauerteigbrot beim Bäcker oder aber Vollkornnudeln vom Biomarkt.


Wie ernährt man sich als Clean Eater?

Sarah kauft fast ausschließlich saisonales Obst und Gemüse. Darauf legt sie großen Wert. In ihrem Kochbuch sind sogar Lieblingsrezepte nach den Jahreszeiten sortiert, um zu zeigen, wie man Gerichte nach Saison abwandeln kann.

Zum Frühstück gibt es bei Sarah und ihrer Familie – sie ist Mutter von zwei Kindern – Müsli. Aber nicht das überzuckerte Schokomüsli aus dem Supermarkt, sondern ein Do-it-yourself-Müsli: Nüsse, Getreideflocken und Obst stehen jeden Morgen zur Auswahl. Nach Belieben kann das selbst zusammengestellte Frühstück mit Milch, Joghurt oder Pflanzenmilch vermengt werden. 

Hauptsächlich bestehen die Gerichte, die Sarah Schocke zubereitet, aus sehr viel Gemüse der Saison. Was auch daran liegt, dass Sarah Vegetarierin ist. Die 33-Jährige nimmt sich aber auch mal Zeit, Getränke selber zu machen. Beispielsweise Kakao aus rohen Kakao-Bohnen, da die nicht verarbeitet sind. Dass dies viel Arbeit und Zeit frisst, ist Sarah Schocke klar: "Es ist eine Erfahrung, die ich mit Clean Eating gemacht habe. Es ist viel Aufwand, aber wenn man sich die Mühe macht, wird man mit einem genialen Geschmack belohnt."

Wie aufwendig ist es, sich clean zu ernähren?

"Ich kann es nicht verheimlichen, man steckt sehr viel Zeit hinein", sagt Sarah Schocke. Das liegt vor allem daran, dass man viel selber kocht. Sie sieht es als "lohnende Investition in die Gesundheit und ins eigene Wohlbefinden". Ein positiver Nebeneffekt: Wer viel selbst macht, kann stolz auf sich sein. Aber natürlich kann nicht jeder, der voll berufstätig ist, jeden Tag Brot backen. Hier findet sie es okay, auch mal Abstriche zu machen – und dann eben doch auf das Brot vom Bio-Bäcker zurück zu greifen.

Sarah Schocke ist nicht dogmatisch, für sie muss Clean Eating alltagstauglich bleiben. Wenn sie beispielsweise in ein Restaurant essen geht, folgt sie ihren Ernährungsregeln nur so weit es geht. Wenn sie sich nach einem Croissant aus Weizenmehl sehnt, isst sie das – zwar selten, dafür mit Genuss.


Wie hoch sind die Ausgaben bei einer Clean-Eating-Ernährung?

"Wer dem saisonalen Aspekt folgt und danach Gemüse und Obst einkauft, kann Geld einsparen. Die größten Kosten entstehen aber in der Grundausstattung", verrät Sarah Schocke. Vor allem, wenn man sich einen Grundstock an Nüssen, Samen, Flocken – aber auch Vollrohrzucker oder besondere Mehle wie Kastanien- oder Buchweizenmehl aufbaut. Das sind erst einmal Kosten, die mit einem normalen Einkauf im Supermarkt nicht vergleichbar sind.

"Menschen, die nicht das Geld haben, sich so zu ernähren, rate ich, langsam umzustellen. Außerdem saisonal einzukaufen, das macht einen großen Preisunterschied als Produkte außerhalb der Saison zu kaufen. Bei Clean Eating sind vor allem Zucker und Mehle die größten Bereiche in der Ernährungsumstellung. Man könnte beispielsweise damit starten, weißen Haushalts- mit Vollrohrzucker und Weizen- mit Vollkornmehl zu mischen", empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin.

Sie selbst geht ausschließlich im Bio-Supermarkt oder auf dem Markt einkaufen. Die Kosten für Lebensmittel nehmen bei Sarah Schocke den größten Teil der Haushaltsausgaben ein. 

Gibt es Ausnahmen oder Rückfälle?

"Manchmal habe ich Heißhunger auf hochkalorische, süße, fettige Industrieprodukte, aber ich bin kein Fan von strengen Verboten. Das Konzept würde für mich so nicht funktionieren. Wenn ich mal eine Ausnahme mache und danach wieder clean esse, ist das für mich total legitim." Sarah Schocke sagt von sich selbst, sie esse zu 80 Prozent clean, die restlichen 20 sind Ausnahmen, die sie ohne Reue genießt.

Fazit

"Bei meinem Modell gibt es so gut wie keine Verzichte oder Verbote. Dafür bekommt man aber wieder ein Gefühl für Lebensmittel", sagt Sarah Schocke. "Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen den Mut haben, zu unverarbeiteten Produkten zu greifen. Es tut der Umwelt, den Menschen und auch den Landwirten gut. Ich sehe darin, sehr viel Positives – weit über die Gesundheit hinaus."

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Lesen Sie hier auch die anderen Teile der Reihe "Meine perfekte Ernährung":

Teil 1: Warum diese Frau auf Zucker verzichtet

Teil 2: Darum ist vegan die perfekte Ernährung

Teil 3: Warum sich diese Frau nicht nur vegan, sondern sogar roh-vegan ernährt

Teil 4: Warum Paleo der Start in eine optimale Ernährung ist

Teil 5: Clean Eating ist der coole Weg, gesund zu leben

Teil 6: Intuitiv essen – warum diese Frau keine Diäten mehr macht

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