VG-Wort Pixel

Ramen-Bars in Tokio Diese Nudelsuppen tragen einen Michelin-Stern – und kosten nur 8 Euro

Erst letztes Jahr wurden die Ramen-Suppen (links), also die Nudelsuppen des japanischen Restaurants "Tsuta" in Tokio mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Dieses Jahr wurde eine weitere mit einem Stern gekürt – "Nakiryu" nur wenige Straßen weiter.
Erst letztes Jahr wurden die Ramen-Suppen (links), also die Nudelsuppen des japanischen Restaurants "Tsuta" in Tokio mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Dieses Jahr wurde eine weitere mit einem Stern gekürt – "Nakiryu" nur wenige Straßen weiter.
© Screenshot/Facebook/Tsuta/Nakiryu
In Tokio wurde nun die zweite Ramen-Bar, also ein Imbiss für Nudelsuppen, mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Was ist das Besondere an den Nudeln in Brühe, die man bereits für umgerechnet acht Euro bestellen kann?

Vor genau einem Jahr machte eine Ramen-Bar, also ein Nudelimbiss, in Tokio international Schlagzeilen: Sie wurde mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Die erste Ramen-Bar weltweit, die mit der höchsten kulinarischen Auszeichnung gekürt wurde. Auch in diesem Jahr erlangte das "Tsuta" erneut einen Stern. Neu ist: Sie ist nicht mehr die einzige Ramen-Bar in Tokio mit einem Stern.

Nur wenige Straßen weiter befindet sich das "Nakiryu", das vor allem für Tantanmen bekannt ist. Eine traditionelle Nudelsuppe aus der chinesischen Küche. Sie besteht aus einer scharfen Brühe mit Gemüse, Chili-Öl und Szechuanpfeffer. Nur einen Tag nachdem bekannt wurde, dass auch das "Nakiryu" mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wird, bildeten sich die ersten Schlangen vor der Bar. Die Gäste sind begeistert von den Nudelsuppen, die bereits für knapp sechs bis acht Euro zu haben sind. Bestellt werden die Suppen an einem Automaten, der außerhalb der Ramen-Bar angebracht wird. Das ist typisch für japanische Nudelküchen.

Die Ramen-Bars zählen übrigens nicht zu den günstigsten Sterne-Restaurants, die es gibt. Den Titel trägt ein Straßenverkäufer in Singapur, der in diesem Jahr für sein Hühnchen in Sojasauce und Reis ausgezeichnet wurde. Es kostet gerade mal etwa 1,60 Euro.

Nicht einfach nur Nudeln

Tokio ist eine der Städte mit den meisten Michelin-Sternen weltweit, doch bislang wurden Küchen wie das "Tsuta" und das "Nakiryu" nicht ausgezeichnet - für eine einfache Schüssel Nudeln. Natürlich steckt dahinter mehr, etwa die hohe Qualität der Zutaten. Zum Beispiel werden die Nudeln aus frisch gemahlenen Getreidesorten gemacht. Auch die Kombination der Nudelsuppen sind außergewöhnlich - oder die Sojasauce, die keine gewöhnliche aus dem Supermarkt ist, sondern eine Art Cuvée aus drei verschiedenen Sojasaucen. Alle frei von Geschmacksverstärkern oder Zusatzstoffen.

Beide Ramen-Bars mit Michelin-Stern könnten nur der Anfang einer Michelin-Guide-Revolution sein, weil es nicht mehr nur die teuren Luxus-Restaurants sind, die mit dieser Auszeichnung geehrt werden. Wieso sollte nicht auch in Deutschland ein Curry-Wurst-Stand einen Stern erhalten - oder aber eine italienische Bäckerei für ihre Pizza prämiert werden? Gutes Essen, ausgezeichnetes Essen muss keinesfalls teuer sein.

Stern Logo

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker