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Neue Serie "Das Gelbe vom Ei": Netflix startet die mieseste Back-Show – und sie ist großartig

Hoffnungslose Möchtegern-Bäcker versuchen sich an Meisterwerken, an denen sie grandios scheitern. Der Back-Wettbewerb auf Netflix ist dennoch ernst gemeint, dem Gewinner winken 10.000 Dollar.

Netflix Das Gelbe vom Ei

Zumindest die Höhe stimmt ...

Backen kann jeder? Von wegen! Dass es in den heimischen Küchen nicht immer gesittet zugeht, wird oft verheimlicht. Nicht jeder Kuchen gelingt auf Anhieb. Wie schwer Cake Pops, mehrstöckige Torten mit verspielten Fondants und Buttercreme wirklich sind, erzählt die neue Anti-Back-Show "Das Gelbe vom Ei" (im Original: Nailed it!) auf .

Die Eintrittskarte zur Show sind keinesfalls die Backkünste der Kandidaten, sondern eher das Gegenteil: Möchtegern-Bäcker mit wenig Talent, die an der Rührschüssel grandios scheitern. Eine Kandidatin ist beispielsweise die Bloggerin Heather, die sagt, dass sie " mehr zu einer Mutter macht" oder Toni, die einen eigenen Imbiss betreibt. "Mein Traum ist es, eine eigene großartige Bäckerei zu besitzen, mein Albtraum ist das eigentliche Backen."

Inspiriert wurde die Sendung vom Internetphänomen der Kuchen-Fails. Unter dem Hashtag #cakefail (zu deutsch: missglückter Kuchen) finden sich misslungene Kreationen von Hobby-Bäckern, die trotzdem schmecken (können). 


Drei untalentierte Bäcker im Wettbewerb

Die Sendung ist herrlich erfrischend, man möchte nicht einmal monieren "Schon wieder eine Koch-/Back-Show!?". Die sechs 30-minütigen Folgen zaubern einem eher ein Schmunzeln aufs Gesicht.

Drei untalentierte Bäcker stellen sich dem Wettbewerb, in zwei Runden müssen sie Kreationen backen, von denen sie bereits vorher wissen, dass sie scheitern werden. Bewertet werden sie von der US-Comedian Byer und dem französischen Chocolatier Jacques Torres, der die Kreationen ernsthaft nach Geschmack bewertet. In jeder Epsiode tritt ein Gastjuror auf. In der ersten Folge ist dies die 87-jährige Tortendesignerin Silvia Weinstock, die die Hochzeitstorte für Kim Kardashian und Kanye West kreierte.

Natürlich können die Teilnehmer auch was gewinnen. Bloggerin Heather gewinnt in der ersten Runde eine nigelnagelneue Küchenmaschine und darf den goldenen Bäckerhut für die zweite Runde tragen. Der Gewinner der zweiten Runde darf mit 10.000 US-Dollar nach Hause gehen.

Der Clou der Show: Die Backkreationen, die die Teilnehmer nachbacken müssen, sehen nicht unbedingt schön aus. In der ersten Episode geht es um Cake Pops, einer davon ist ein menschlicher Finger mit Nagel, der andere ein anatomisch korrekter Mund und der dritte ein zerbrochenes Herz. "Dieses [Herz] sieht aus als wäre es aus einem menschlichen Körper gerissen", sagt Gastgeberin Nicole Byer zu einer Teilnehmerin, die an der Aufgabe scheitert. 

Chaos in Reinform

Der eigentliche Backwettbewerb ist Chaos in Reinform. In einer Episode fackelt ein Teilnehmer sogar eine Mikrowelle ab. Für die zweite Backrunde gibt es einen Panik-Button, betätigt ein Teilnehmer diesen, hält ein Experte aus der Jury für volle drei Minuten Händchen mit den Möchtegern-Bäckern. Für den schlechtesten Bäcker gibt es sogar Extra-Hilfestellung von Comedian Nicole. Aber nicht in Form von Backtipps: Byer hopst drei Minuten um die Konkurrenz herum und nervt sie dabei mit penetranter Beschallung.

Man lernt hier nicht, wie man Fondants richtig auf Torten aufträgt oder wie eine Buttercreme gelingt. Die Anti-Back-Show ist unerwartet bizarr und amüsant und eine willkommene Abwechslung zu den ernst gemeinten Koch- und Back-Sendungen auf Netflix und anderen Streaming-Dienst-Anbietern. Sie bietet schiefe Torten, misslungene Zucker-Dekorationen, deformierte Donuts und vor allem eins: herrliche Zerstreuung.

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