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China Restaurantkette wiegt Gäste am Eingang und schlägt ihnen Gerichte vor

Mann auf Waage
Das Restaurant wollte mit der Aktion Lebensmittelverschwendung verhindern
© AndreyPopov / Getty Images
Eine chinesische Restaurantkette gibt Gästen die Möglichkeit, sich zu wiegen, und ermittelt aus dem Gewicht, welches Gericht passend sein könnte. Nach viel Kritik hat sich das Unternehmen entschuldigt, will die Aktion aber weiterführen.

Menschen nach ihrem Körpergewicht zu fragen, gilt in vielen Kulturen als Unhöflichkeit. Eine chinesische Restaurantkette hat genau diese Frage aber zum Normalfall gemacht – und Schummeln war nicht möglich: In den Lokalen von Chulyan Fried Beef standen am Eingang Waagen für die Gäste bereit. Anschließend wurde den Kunden auf der Grundlage ihres Gewichts eine Mahlzeit aus dem Menü empfohlen.

Das kam allerdings auch in China nicht gut an, berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Der Restaurantkette wurde in vielen Online-Kritiken Diskriminierung von Übergewichtigen vorgeworfen. Außerdem sollte jeder nach Appetit und Vorlieben selbst aussuchen können, was er gerne bestellen möchte. Die Restaurantkette musste zurückrudern und sich bei den Kunden entschuldigen.

Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung

Gleichzeitig verteidigte sich das Unternehmen in einer Mitteilung: Die Aktion sei nur gut gemeint gewesen. Auf Basis des Gewichts der Kunden habe man Gerichte mit einer passenden Kalorienzahl vorgeschlagen. Damit wollte sich die Kette an einer nationalen Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung beteiligen. Offenbar kam es zu oft vor, dass bei den Gästen die Augen größer waren als der Magen.

Aus diesem Grund wollte Chulyan Fried Beef Gerichte anbieten, die der jeweilige Gast auch bewältigen kann – davon fühlten sich jedoch einige Kunden bevormundet. Womöglich auch von den Plakaten, die in den Restaurants hingen: "Mach deinen Teller leer" oder "Sei sparsam und fleißig", stand laut CNN darauf.

Lenny (l) und Freja nehmen Obst aus ihrem Kühlschrank, das sie aus den Abfallbehältern eines Supermarktes "gefischt" haben.

Chinas Präsident Xi Jinping hatte in der vergangenen Woche eine Staatskampagne vorgestellt, die sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln richtet. Daran anknüpfend hatte die Restaurantkette ihren neuen Service eingerichtet. Der Chef der Kette legte in einer Erklärung allerdings Wert darauf, dass niemand gezwungen worden sei, sich zu wiegen. Auch sei das Gewicht nicht öffentlich angezeigt, sondern direkt mit den Empfehlungen an die Smartphones der Gäste geschickt worden. Deshalb soll die Aktion auch fortgesetzt werden, berichtet die chinesische Zeitung "South China Morning Post".

Quellen:CNN / "South China Morning Post"

epp

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