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So schmeckt Hamburg: Nachts durch die Schanze futtern - vier Tipps im Test

Es ist Sommer, es ist spät, die Straßen sind voll von Menschen und wir haben Hunger. Aber wo gibt's die besten Snacks? In einer Nacht futtern wir uns durch Hamburgs Streetfood. Teil 1: Sternschanze.

Von Denise Wachter und Linda Gondorf

Es ist 21.30 Uhr, das erste Bier ist leer, die Menschen sitzen auf den Trottoirs und schaukeln zur Straßenmusik. Hier sind wir genau richtig - im Herzen der Hamburger Sternschanze. Das Team des Genussressorts begibt sich auf eine Mission: Wir sind hungrig und auf der Suche nach dem besten Streetfood des Viertels. Wohin treibt es die Hamburger, wenn sie Lust auf einen Mitternachtssnack haben? Wir haben die Kollegen in der Redaktion befragt und uns für vier Stationen entschieden - von Burrito bis zur Currywurst. Wie wir die Nacht erlebt haben und was wir gegessen haben, können Sie auch auf Twitter, Facebook und Instagram nachlesen.

21.45 Uhr Jim Burrito's

An unserem Startpunkt soll es die besten Quesadillas der Stadt geben. Warum? Jann Bövers und Ricarda Rowald von Jim Burrito's haben die Antwort: "Wir unterscheiden uns von den anderen, weil wir alles selbst machen, von den Saucen bis zu den Tortillas", so Ricarda Rowald. "Unsere 'Pico de Gallo' ist legendär, das ist eine scharfe Tomatensoße mit Koriander, Zwiebeln, einem Spritzer Zitrone und viel Chili", sagt Jann Bövers.

Und tatsächlich, die Quesadilla mit frischen Pilzen und Tomaten ist saftig, der Käse läuft an den Seiten herunter. Die selbstgemachte Guacamole und "Pico de Gallo" sind im Nu verspeist. Genauso geht es uns mit der Steak-Enchilada. Überraschenderweise mit Schokosauce. Sieht aus wie ein Dessert, schmeckt aber feurig-scharf und einfach gut.

22.45 Uhr Pizza Pazza

Schon vor der Tür riecht es nach frischem Teig, Tomatensauce und einer leichten Note von verbrannten Pizzarändern. Seit viereinhalb Jahren versorgt Apu hungrige Nachtschwärmer mit Käse und Kohlenhydraten. Sein Laden liegt direkt auf dem Schulterblatt der Sternschanze, dort wird die Pizza im Stehen vertilgt. Apu empfiehlt uns die "Speziale" mit Pilzen, Schinken, Salami und Frühlingszwiebeln (die andere Hälfte lassen wir vegetarisch belegen). Wir bestellen die XXL-Variante und staunen: Die Pizza misst fast einen Meter! Alleine schaffen wir das auf keinen Fall. Deshalb muss Verstärkung her, die auch sehr schnell gefunden ist. Zwei Jungs sind dankbare Abnehmer. Sie sagen von sich selbst, sie wären "kulinarisch abartig verkommen." Offensichtlich sind sie ein wenig beschwipst. Denn die Pizza ist ein herrlich-herzhafter Snack, den die Jungs ruhig mehr würdigen könnten. Der Boden ist dünn, die Tomatensauce cremig, dazu ein knuspriger Rand. Leider nicht genug Käse.

23.45 Uhr Schmitt Foxy Food

"Die schmeckt nach Pappkarton mit Kümmel", so das Urteil von Denise Wachter mit einem Stückchen veganer Wurst von Schmitt Foxy Food im Mund. Gut, dass Linda Gondorf die echte CurrywurstCurrywurst vor sich auf dem Tisch hat: "Ich würde nie eine vegane Wurst bestellen." Dazu schmeckt die "echte" einfach zu himmlisch. Die hausgemachte Currysauce prickelt ein wenig auf der Zunge, die Bratwurst ist saftig und herzhaft. Die Jungs von Schmitt Foxy Food kommen ohne Zusatzstoffe und Geschacksverstärker wie Glutamat oder Lactose aus, beziehen ihr Fleisch vom Biobauern in der Nähe von Hamburg. All das schmeckt man. Das passende Essen, um eine lange Nacht zu überstehen. Oder zu beenden. Aber am Ende sind wir noch nicht.

0.30 Uhr Kleine Pause

Labskaus. Sieht aus wie Erbrochenes, ist aber keins. Eigentlich wollen wir Burger und Pommes bestellen. Doch dann rät uns die freundliche Bedienung zum hausgemachten Labskaus. Ein Fehler - denn die Kleine Pause ist seit 1986 unter Nachteulen für Burger (die sind der "Shit"), Pommes und Currywurst (die Sauce ist eine Wonne) bekannt. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass wir schon so satt sind, aber die Matsche aus gepökeltem Rindfleisch, roter Beete, Salzgurken, Zwiebeln, Matjes und Kartoffeln geht einfach nicht mehr rein. Denise Wachters Ausrede: "Ich mache Paleo und kann nur den Salat essen." Also muss Linda Gondorf ran. Erfolglos. "Es ist mir zu rot", sagt sie.

Unser Labskaus findet am Ende aber doch noch seine Abnehmerin. Eine junge Frau schmiert ihn sich verzückt auf den Burger. Solche Dinge erlebt man halt nur nachts ...

Freuen Sie sich auf die zweite Runde: Streetfood in St.Pauli