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Seit 1969 auf der Karte: Die Geschichte hinter dem Spaghetti-Eis – und dem 17-Jährigen, der es nie patentieren ließ

Im Sommer ist es der Renner: Spaghetti-Eis. Aber wer hat es eigentlich erfunden? Jemand, der den Fehler machte, kein Patent auf den Eisklassiker anzumelden.

Spaghetti Eis

1969 erfand der Deutsch-Italiener Dario Fontanella das Spaghetti-Eis

DPA

Es gibt wohl keine Eisdiele in Deutschland, in der Spaghetti-Eis kein Renner ist. Die Eis-Variante des Spaghetti-Klassikers mit Tomatensauce und Parmesan ist die Krönung der italienischen Eiskunst: Vanilleeis, Erdbeeren und geraspelte weiße Schokolade.

Aber wer hat's eigentlich erfunden? Ein Italiener, aber in Deutschland. Genauer gesagt in der Rhein-Neckar-Metropole Mannheim.

In den 1930er Jahren wanderte Mario Fontanella nach Deutschland aus. Fontanella verstand das Handwerk, er hat bereits im italienischen Conegliano Eis gemacht. Später einmal sollte sein Sohn Dario sein Erbe weiterführen. Das tat er auch, aber mit einer ganz eigenen Idee.

Die Geburt des Spaghetti-Eises

Als Badenser mit italienischen Wurzeln waren ihm Spätzle nicht unbekannt. Den rohen Teig drückt man durch eine Spätzlepresse ins heiße Wasser. Dann entstehen langgezogene Fäden aus Teig, die Spätzle. Dario übertrug diese Technik aufs Eis. Erst wollte er Pistazien-, Zitronen- und Erdbeereis pressen, um Eisnudeln in den Farben der italienischen Flagge herzustellen. Das funktionierte nur mäßig. Das Eis wurde zur Sauce. 

Bald aber hatte er den Dreh raus. Die Spätzlepresse musste eiskalt sein. Dafür legte er sie 15 Minuten vorab in den Tiefkühlschrank. Sein Vater Mario brachte ihn schließlich auf die Idee, ein Spaghetti-Eis zu kreieren, da die Eisnudeln dem italienischen Klassiker ähnelten. Er servierte die Vanilleeis-Nudeln mit pürierten Erdbeeren und geraspelter weißer Schokolade. Das beliebteste Eis Deutschlands war geboren – das Spaghetti-Eis. 

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Land: Japan  Was? Mochi ist eigentlich ein traditioneller Klebreis-Kuchen, erst in den 1980er Jahren wurde die Spezialität zu Mochi-Eis. Das Eis kann so wie es ist in der Hand gehalten und verzehrt werden. Der Teig außen ist so fest und klebrig, dass das Eis im Inneren nicht schmelzen kann.  Zutaten: Eis-Kugeln, die in Reismehl-Schichten gehüllt sind. Das weiße Puder außen ist übrigens Stärke.

Land: Japan

Was? Mochi ist eigentlich ein traditioneller Klebreis-Kuchen, erst in den 1980er Jahren wurde die Spezialität zu Mochi-Eis. Das Eis kann so wie es ist in der Hand gehalten und verzehrt werden. Der Teig außen ist so fest und klebrig, dass das Eis im Inneren nicht schmelzen kann.

Zutaten: Eis-Kugeln, die in Reismehl-Schichten gehüllt sind. Das weiße Puder außen ist übrigens Stärke.

Das Eis mit der knackigen Sahne

Seit 1969 befindet es sich in der Mannheimer Eisdiele "Eis Fontanella" auf der Speisekarte. Danach eroberte es nach und nach Deutschlands Eisdielen. Das Rezept war kein Geheimnis. Den größten Fauxpas aber leistete sich Dario Fontanella: Er ließ seine Kreation nie patentieren. Damals soll ihn weder sein Vater noch dessen Anwalt ernst genommen haben. Ein großer Fehler, wie heute jeder weiß.

Sahne war in der Ursprungsrezeptur eigentlich nicht vorgesehen. Dario reagierte aber auf den Wunsch zahlreicher Gäste. Er versteckte die Sahne einfach unter dem Berg Eis-Nudeln und servierte es so seinen Kunden. Was er bis dahin nicht wusste, so schmeckte die Sahne sogar noch besser, weil sie plötzlich knackig war. Sahne hat durch seinen hohen Fettanteil von 35 Prozent ein anderen Gefrierpunkt als Eis, beim Kontakt mit dem kalten Vanilleeis wird sie so schön knackig.

Zwar hat Dario Fontanella nie ein Patent auf sein Spaghetti-Eis angemeldet. Dennoch: Wer in der Mannheimer Eismanufaktur Spaghetti-Eis bestellt, bekommt das Original serviert.


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