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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Mälzer scheitert in Hamburg: "Es war der pure Psychoterror"

Großartige Food-Aufnahmen und kulinarische Geschichten – das macht "Kitchen Impossible" aus. Tim Mälzer lernt in dieser Folge die Demut vor dem Kochen neu. Er stößt klar an seine Grenzen.

Tim Mälzer Kitchen Impossible

Emotionaler hat man Tim Mälzer im Duell gegen Sternekoch Hans Neuner (links) noch nicht gesehen

Der Tonus ist immer gleich: Entweder wird Tim Mälzer von seinen Gegnern unterschätzt oder der TV-Koch strotzt vor Großkotzigkeit. Wenn ihm die nicht zum Verhängnis wird. Seine Duelle nimmt Tim Mälzer in der Kochshow "Kitchen Impossible" ernst. Und wie. Ohne Kampfgeist geht bei ihm gar nichts. Über sich selbst sagt er: "Erst, wenn mich die Aufgabe richtig ankotzt, wächst bei mir der Ehrgeiz." Sein Gegner? Sternekoch Hans Neuner, der seit sechs Jahren in Portugal ein Restaurant führt und mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Für Mälzer zählt Neuner zu den besten Köchen der Welt.

Kann der "Frittenkoch" den "Sternekoch" besiegen? Mälzer muss nach Lissabon. Dort war er bereits in der ersten Staffel und fragt sich, wie man ihn hier noch herausfordern könnte. Man kann! Drei traditionelle portugiesische Gerichte muss der TV-Koch zubereiten. Unter anderem eins, das Blut vom Hahn enthält. So ganz trifft Mälzer den Geschmack nicht. Trotzdem: Die Herangehensweise an das Gericht und die Analyse der Zutaten gelingen dem TV-Koch. Mälzer schlägt sich solide mit 5,9 von 10 Punkten.

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Kulinarische Geschichten in Tel Aviv

Was "Kitchen Impossible" auszeichnet, sind die kulinarischen Geschichten, die erzählt werden. Hans Neuner muss sich in Tel Aviv beweisen und – kurz angemerkt: als Sternekoch – Spiegeleier in Tomatensauce kochen. Genauer gesagt Shakshuka, ein israelisches Nationalgericht. Es ist Bino Gabsos Familienrezept, das Neuner nachkochen muss. Gabso ist besser bekannt als "Dr. Shakshuka" und weit über die Grenzen Tel Avivs für seine Eiergerichte berühmt. Wenn der 64-Jährige vor seinem Restaurant sitzt und mit glasigen Augen völlig emotional von Shakshuka erzählt, weiß man, warum "Kitchen Impossible" so gut beim Zuschauer ankommt. Der Sternekoch kommt zwar ins Schwitzen, sein Feedback ist aber großartig: 7,5 von 10 Punkten.

Tim Mälzer an seinen Grenzen – gibt er auf?

"Solltet ihr mich nach Hamburg schicken, ist es die hinterfotzigste Aufgabe je", sagt Mälzer. Er hasst es, in seiner Heimatstadt zu kochen, seiner Komfortzone. Das hat er bereits in Staffel eins mehrfach betont. Hans Neuner schickt ihn aber in sein "Wohnzimmer". Genauer gesagt in das wohl angesagteste Drei-Sterne-Restaurant "The Table" von Küchenchef Kevin Fehling. Tim Mälzer muss Handwerk beweisen, etwas, was ihm nicht liegt. Er ist der emotionale Koch. Das Gericht, das ihm vorgesetzt wird, ist "ein Meisterwerk", wie Mälzer findet. Aber "es war der pure Psychoterror" für den TV-Koch.

Eine Aufgabe, an der sich Mälzer die Zähne ausbeißen wird. Um sich Mut zuzusprechen, sagt Mälzer vorher wenig überzeugend: "Ich werde heute Küchengeschichte schreiben!" Von wegen. So emotional, so an den eigenen Grenzen hat man den TV-Koch noch nie gesehen. Was man ihm zu Gute halten muss: Er gibt nicht auf. Auch wenn er sich wie ein angeschossenes Reh in Fehlings Küche bewegt: Er vermisst den Herd, den Topf. Ihm wurde alles genommen, woran Mälzer beim Kochen glaubt. Demütig schlägt er sich, fast fließen Tränen. Schlimmer geht es für den TV-Koch nicht. Immerhin erhält er 3,4 von 10 Punkten.

Das emotionalste Duell

Es war das bislang emotionalste Duell bei "Kitchen Impossible". Es wird fast zur Nebensache, dass Hans Neuner in Schweden, eine weitere Aufgabe lösen muss. Fast vergisst man, dass der Sternekoch kurz davor war, die Kote, eine Holzhütte einer Sami-Familie, abzufackeln. Neuner muss geräucherte Rentierbuletten für die Familie kochen. Meisterlich besteht er seine Aufgabe zwar nicht, aber der Sternekoch kann 4,5 von 10 Punkten aus Skandinavien mitnehmen.

Das ist die Niederlage für Mälzer. Ob er sich je davon erholen wird?

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