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Tim Mälzers "Kitchen Impossible": "The Brain" ist zurück: "Wir haben viel Freude daran, uns in die Scheiße zu reiten"

Endlich! Die phänomenale Kochshow "Kitchen Impossible" mit TV-Koch Tim Mälzer geht in die zweite Runde. Die Erwartungen sind hoch: Kann Mälzer noch einmal für die beste Koch-Unterhaltung sorgen, die das deutsche Fernsehen zu bieten hat?

Tim Mälzer

"The brain" ist zurück: Kann Tim Mälzer auch mit der zweiten Staffel "Kitchen Impossible" begeistern?

Als am 22. August 2016 die vorerst letzte Folge "Kitchen Impossible" lief, mussten die Fans nicht allzu traurig sein. Schon damals wurde die nächste Staffel angekündigt. Genau fünf Monate später geht "Kitchen Impossible" in die zweite Runde. Diese Kochsendung ist anders. Man fiebert mit, hat Mitleid, schämt sich fremd und empfindet sogar ein wenig Schadenfreude, wenn die Koryphäen am Herd scheitern und Tränen fließen.

"Kitchen Impossible" ist eigentlich Tim Mälzers (symbolischer) Stinkefinger. Der gilt all denjenigen, die ihn ständig kritisieren und an seinen Kochkünsten zweifeln. Lange wurde er von der Kochzunft nicht ernst genommen, er galt immer nur als der Fernsehkoch Mälzer, der sich gut vermarkten kann. Mit "Kitchen Impossible" hat sich das maßgeblich verändert.


"Jetzt haben Sie Angst gegen mich zu verlieren"

In der letzten Staffel trat Mälzer beispielsweise gegen Drei-Sterne-Koch Juan Amador an. Amador scheiterte in einem uigurischen Straßenimbiss mitten im Bahnhofsviertel von München. Der Sieg für Tim Mälzer. "In der ersten Staffel hatten meine Kollegen noch ganz klar die Arroganz des Sternekoches gegenüber des Frittenkoches. Jetzt haben sie Angst gegen mich zu verlieren", sagt Tim Mälzer in einem Gespräch mit dem stern.

Legendär sind auch die Duelle zwischen Tim Mälzer und Tim Raue – zwei Proleten mit ähnlich großem Mundwerk. Sie sind sich gar nicht so unähnlich, beide sind im großen Stil von ihrem Können überzeugt, auf die meisten wirken sie mehr als nur arrogant.

Der große Unterschied: Mälzer ist der emotionale Koch, Raue der Techniker. Und genau hier liegt ihre Achillesferse. "Wir werden immer noch hinterfotziger, linker und verlieren aber das Kochen dabei nicht", sagt Tim Mälzer. "Wir haben viel Humor und viel Freude dabei, uns gegenseitig in die Scheiße zu reiten." Beide wissen nur zu gut um die Schwächen des anderen: "Wir hassen uns einfach", sagt Mälzer lachend.

Leiden musste Mälzer in der kommenden Staffel massiv: Sein wohl schlimmster Moment war sogar in seiner Heimatstadt – in Hamburg: "Ich hasse es, wenn man mich in meiner Komfortzone filmt. Da haben sie mich erwischt", erinnert sich der TV-Koch.

Vorfreude und große Erwartungen

Natürlich kann man von Tim Mälzer halten, was man will. Man muss damit zurechtkommen, dass sich Mälzer immer wieder als brillanten Koch beschreibt, der es drauf hat und "The Brain" dieser Sendung ist. Dennoch muss man ihm Recht geben: Zwar hat Mälzer selbst gesagt, dass es in der Kochsendung nur darum geht, "sich gegenseitig auf die Fresse zu geben". So ganz stimmt das aber nicht. Es geht ums Kochen, um Emotionen und auch um den Menschen an sich. Natürlich lockt es, die Koryphäen am Herd an ihren Grenzen zu erleben. Aber es geht auch ums Essen, Kulturen, die Leidenschaft für Produkte und Lebensmittel – und natürlich um eine großartig authentische Sendung.

Die Erwartungen an die zweite Staffel, die am Sonntag um 20.15 Uhr auf Vox startet, sind riesig. Also Tim Mälzer, enttäusche uns nicht – schließlich bist Du "The Brain"!


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