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Begehrte Backzutat: Ausverkauft? So machen Sie Hefe ganz einfach selber

Während der Coronakrise entdecken viele das Backen für sich. Doch eine der wichtigsten Zutaten ist schwer begehrt: Hefe ist in vielen Läden seit Wochen nicht zu bekommen. Hier erfahren Sie, wie man sie mit wenig Aufwand selbst machen kann.

Hefe ist aktuell schwer zu bekommen

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Wegen der Corona-Angst sind alle Backwaren quasi sofort aus den Regalen verschwunden, daher beginnen immer mehr Menschen, Zuhause selbst zum Rührer zu greifen und Brot, Kuchen oder Knödel zu zaubern. Das merkt man auch am Zutatenregal: Nachdem zuerst das Mehl vergriffen war, wird in den letzten Wochen Hefe zur Mangelware. Das Gold aus dem Kühlregal, sozusagen. Doch Hefe kann man mit wenig Aufwand selbst züchten.

Was die meisten Menschen wohl vergessen: Bei Hefe handelt es sich um einen lebenden, einzelligen Pilz, den man aktiv aufpäppeln und für den Eigenbedarf züchten kann. Wer etwa noch einen Rest Hefe zuhause hat, kann daraus auch neue Hefe heranziehen. Aber auch ohne Vorrat kann man sich die Backzutat selbst herstellen. Dazu gibt es gleich mehrere Varianten, etwa Hefewasser auf Obstbasis oder eine deutlich schnellere Methode mit Hefeweizen. Wichtig: Die genutzten Gefäße sollten wirklich sauber sein. Einmachgläser kann man dazu etwa auskochen oder heiß abwaschen und einige Minuten im auf 130 Grad vorheizten Ofen trocknen. Man darf sie danach nicht mit einem Küchentuch auswischen.

Die einfachste Methode: vorhandene Hefe vermehren

Hat man noch einen halben Hefewürfel im Kühlschrank, lässt daraus mit wenig Aufwand neue Hefe gewinnen.

Dazu benötigen Sie:

  • einen halben Hefewürfel
  • 100 Gramm helles, feines Mehl - etwa Weizen oder Dinkel
  • 100 Milliliter lauwarmes Wasser
  • Einen Esslöffel Zucker

Verrühren Sie die Zutaten einfach in einer ausreichend großen Schüssel. Lassen Sie die Hefemasse dann abgedeckt mehrere Stunden, am besten aber über Nacht, ziehen. Die so gewonnene Hefe können Sie gleich verwenden. Am besten sollten Sie sie in Würfelgröße portionieren, luftdicht verpacken und kühl lagern oder sogar einfrieren. So lässt sich aus den Würfeln quasi endlos neue Hefe züchten.

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Mit Wartezeit: Hefewasser aus Obst

Etwas länger dauert es bei der "Hefewasser aus Obst" Methode. Da Hefe auch in der Natur vorkommt, eignen sich dazu zahlreiche Obstsorten, etwa frische Äpfel. Am einfachsten geht es aber mit Trockenobst wie getrocknete Datteln, Pflaumen oder Rosinen. Achtung: Die Früchte sollten nicht geschwefelt sein. Achten Sie auf entsprechende Hinweise auf der Verpackung.

Sie benötigen:

  • vier Esslöffel ungeschwefelte Rosinen
  • einen Teelöffel braunen Zucker oder Honig
  • 500 Milliliter lauwarmes Wasser
  • ein sterilisiertes Einmachglas mit mindestens 700 Millilitern Fassungsvermögen

Füllen Sie die Rosinen und den Zucker ins Glas und gießen Sie es mit Wasser auf. Verschließen Sie nun das Glas und schütteln Sie es kräftig. Nach zwei Tagen sollten die Bläschenbildung beginnen, das Wasser trübt sich langsam. Sobald sich keine neuen Bläschen mehr bilden, ist der Prozess abgeschlossen. Das dauert zwischen drei und acht Tagen. Das Gemisch sollte dann leicht vergoren sein, darf aber nicht übel riechen.

Das Hefewasser kann nun benutzt werden. 100 Milliliter entsprechen dabei etwa einem Hefewürfel plus Flüssigkeit, die Rezepte muss man also entsprechend anpassen. Der Teig muss etwas länger gehen als wenn man trockene Hefe benutzt, lassen Sie ihm also mehr Zeit. Lagern Sie das Einmachglas im Kühlschrank.

Achtung: Sollte sich im Glas Schimmel bilden, ist das Gemisch kontaminiert und gehört in den Müll. Generell ist es schwierig, bei dieser Methode zu verhindern, dass sich auch unerwünschte Organismen vermehren. Für Schwangere oder Menschen mit schwachem Immunsystem ist sie daher eher nicht zu empfehlen.

Die Schnellvariante: Hefe aus Bier

Wer die Hefe sauber und schnell produzieren will, kann daher auf den Klassiker aus Weizenbier setzen. 

Sie benötigen:

  • 100 Gramm lauwarmes Hefeweizen (abwiegen, nicht nach Volumen messen)
  • einen Teelöffel Zucker
  • einen Esslöffel feines, helles Mehl (Weizen oder Dinkel)
  • ein sterilisiertes Einmachglas mit mindestens 200 Millilitern Fassungsvermögen

Füllen Sie das Bier in das Einmachglas, dabei können Sie es auch gleich mit der Küchenwaage abwiegen. Geben Sie nun Zucker und Mehl hinzu. Rühren Sie nicht um! Schließen Sie stattdessen das Glas und schütteln Sie es kräftig, bis Mehl und Zucker sich wirklich gelöst haben. Das kann einige Minuten dauern. Lassen Sie das Gemisch einige Stunden, am besten aber über Nacht, an einem warmen Ort (mindestens Zimmertemperatur) stehen. 

Das Gemisch entspricht dabei etwa einem Hefewürfel plus 100 Millilitern Flüssigkeit, die Rezepte muss man also entsprechend anpassen. Wie beim Obst-Hefewasser braucht der Teig auch bei der Variante mit Bier mehr Zeit zum Gehen.

Quelle: Chefkoch.de