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Qualität stimmt Kaffeebohnen im Warentest: Zwei Italiener erzielen Traumnote

Kaffee und Kaffeebohnen stehen auf einem Tisch
Kaffee als ganze Bohne kaufen? Die Warentester haben nichts einzuwenden, die Qualität stimmt.
© Getty Images
Kaffee als ganze Bohne oder doch lieber gemahlen? Stiftung Warentest hat Espresso- und Crema-Bohnen geprüft – und schwärmt von zwei Italienern.

Kaffee-Vollautomaten und die gute alte Mühle sind im Kommen. Viele Kaffee-Liebhaber setzen daher auf die ganze Bohne und mahlen vor dem Aufbrühen frisch. Mehr als jedes dritte Kilo verkaufter Röstkaffee, geht in Deutschland inzwischen ungemahlen über die Theke. Das Gros davon in den Varianten Caffè Crema und Espresso. Aber sind die Bohnen wirklich so gut wie ihr Ruf? "Stiftung Warentest" hat 21 Produkte zwischen 8 und 34 Euro geprüft.

Die Crema-Bohnen sind die Allrounder unter den Kaffeebohnen und eignen sich sowohl für die Zubereitung eines starken Kaffees mit Schaum als auch für Espresso. Sie werden heller geröstet als Espressobohnen, bieten mehr Fruchtigkeit und Säure und sind etwas milder. Verwendet werden meist ausschließlich Arabica-Bohnen, manchmal ist auch ein Robusta-Anteil darunter. Und: sie schmecken sehr ähnlich. Laut Warentest unterscheiden sich die Crema-Bohnen nur in Nuancen – "Körper, Bitterkeit, Säure und Röstaroma sind fast durchweg mittelstark ausgeprägt". Dieser "Mainstream-Geschmack" entstehe, so die Tester, da sich die Röster nach den Erwartungen der Konsumenten richten.

Kaffee im Test: Billigbohnen punkten

Unterm Strich kann sich das Prüfergebnis dennoch sehen lassen, die Tester können alle 15 getesteten Caffè-Crema-Bohnen empfehlen, herausragend ist jedoch keines der Produkte – vor allem kein Markenprodukt. Die Top-Plätze belegen die Billigheimer, allen voran Netto. Seine "Cafèt Caffè Crema Barista"-Bohnen gibt's bereits für acht Euro pro Kilo, sie gehören damit zu den günstigsten im Test. Mit dem Gesamturteil (2,0) hängen die Discounter-Bohnen die Konkurrenz ab – auch die Italiener. Ausgerechnet die liefern in der Crema-Sparte das schlechteste Ergebnis. Der "Caffè Crema Classico" der renommierten Marke Lavazza kostet zwar beinahe doppelt so viel wie der Testsieger, 15 Euro pro Kilo, muss sich aber mit einem "Befriedigend" abspeisen lassen.

Ganz anders hingegen das Ergebnis bei den lange und dunkel gerösteten Espressobohnen. Dort zeigt Lavazza der Konkurrenz, wie exzellentes Rösten geht. Die Tester verteilen in der Verkostung die Traumnote 1,0. Eine Wertung über die sich auch Segafredo freuen kann. Beide sind laut Warentest "sehr gut" im Geschmack, im Gesamturteil schneiden die Espressobohnen von Segafredo einen Hauch schlechter ab 1,9 zu 1,8 (Lavazza), dafür kosten sie mit neun Euro pro Kilo sechs weniger als der Testsieger. Das ist aber noch nichts im Vergleich zu den teuersten Bohnen im Vergleich. Knackige 34 Euro pro Kilo will Illy für seine Espressobohnen "Classico" haben und das für eine Wertung von 2,3. Das ist zwar "gut", aber eben auch die schlechteste im Vergleich.

Der Eierkaffee aus Skandinavien

Fazit des Kaffee-Tests

Qualitativ gibt es an den Bohnen laut Warentest nichts auszusetzen, an Geschmack und Preis aber durchaus. Obschon alle Bohnen den Geschmackstest mit mindestens "gut" bestehen, gibt es Kritikpunkte. Einer ist, dass sich die meisten Crema-Bohnen geschmacklich kaum unterscheiden. Wer einen besonderen Geschmack sucht, dem empfehlen die Tester daher, sich bei lokalen Röstereien beraten zu lassen. Und wie so oft sollten sich Käufer nicht vom Preis fehlleiten lassen. Teurer ist nicht gleich besser. Da die Preise zwischen 5 und 34 Euro variieren, lohnt sich der zweite Blick – vor allem bei den Crema-Bohnen.

Den gesamten Warentest lesen Sie gegen Gebühr auf test.de.

tpo

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