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Aus dem Discounter: Kann ein Prosecco für 2,69 Euro wirklich schmecken?

Zu Festtagen gibt es oft was Prickelndes zum Trinken. Wer Prosecco wählt, zahlt meist weniger als für Sekt. Aber was taugt der Billig-Prosecco aus dem Discounter?

Prosecco

Billig-Prosecco - kann der wirklich schmecken?

Nur 2,69 Euro kostet eine Flasche Prosecco im Discounter. Damit ist das prickelnde Getränk um einiges günstiger als Sekt. Aber schmeckt der Billig-Prosecco wirklich? Die WDR-Verbauchersendung "Markt" hat fünf Flaschen Prosecco aus dem Discounter auf deren Geschmack getestet.

Die Prosecco-Flaschen wurden bei Aldi Süd, Aldi Nord, Lidl, Netto und Rewe eingekauft. Gibt es wirklich Unterschiede und wie schmecken die Prickler eigentlich? Experten wissen, dass Prosecco meist aus der gleichen Rebsorte und auch handwerklich gleich gemacht werden, daher schmecken sie oft sehr ähnlich.

So schmecken die Prosecchi aus den Discountern

Das sagt die geprüfte Expertin und Weinberaterin Caro Maurer: Der Perlwein von Aldi Süd ist süffig und trinkbar, der von Aldi Nord rieche nach Gummibärchen. Der Prosecco von Lidl wirke etwas edler als die Prickler von Aldi Süd und Aldi Nord. Dem Discounter-Perlwein von Netto fehle die Frische, er rieche staubig und ist alles andere als edel. Der Prosecco von Rewe ist für die Expertin ein solides Mittelmaß. Insgesamt schneidet der Prosecco von Lidl im Geschmackstest am besten ab.

Prosecco ist deutlich günstiger als Sekt, das liegt daran, dass in Deutschland eine Steuer für Sekt gilt. 1902 wurde vom Reichstag zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte die Sektsteuer eingeführt. Die zahlen wir auch heute noch, sie liegt bei etwa einem Euro pro Flasche.

Prosecco ist übrigens eine geschützte Herkunftsbezeichnung für italienische Schaumweine, sie dürfen nur in zwei Regionen in Norditalien Venetien und Friaul-Julisch Venetien hergestellt werden. Zu 85 Prozent muss Prosecco aus der Rebsorte Glera sein, die eine feine dezente Aromatik besitzt. 

Wie wird Prosecco hergestellt?

In Stahltanks entsteht ein Grundwein. Der Most wird mithilfe von Hefe vergoren, der Prosecco schmeckt im Urzustand wie ein Federweißer, das dauert etwa zehn Tage. Danach wird der Grundwein gefiltert und die Hefe wieder entzogen. So wird der Prosecco zum Frizzante oder Spumante. Der Unterschied? Beim Frizzante dauert die 2. Gärung etwa 30 Tage und beim Spumante 45 Tage, zudem zahlt man beim Spumante wiederum die Sektsteuer, die beim Frizzante wegfällt. Daher ist der Prosecco Frizzante im Einkauf günstiger als Spumante oder Sekt. In Italien werden etwa 500 Millionen Flaschen Prosecco im Jahr hergestellt. Zehn Prozent davon gehen nach Deutschland.

Die ganze "Markt"-Sendung sehen Sie hier.