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Trend Nüchtern ist das neue Cool: Warum alkoholfreie Spirituosen und Bars boomen

Cocktail
Dieser Cocktail ist garantiert alkoholfrei
© Getty Images
Früher ging man in eine Bar, um sich einen Rausch anzutrinken. Heute bleibt man nüchtern, trinkt alkoholfreien Gin Tonic und trifft sich in Etablissements, die gar keinen Alkohol ausschenken. Was steckt dahinter?

Feierabend. Die erste Flasche ploppt, ob Bier oder der Korken eines Weines. Alkohol gehört für viele zum Ausklang des Tages dazu. Das Wort Feierabendbier kommt schließlich nicht von ungefähr. Doch es deutet sich eine Trendwende an. Junge Menschen trinken immer weniger Alkohol.

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung tranken zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2016 regelmäßig, also mindestens einmal pro Woche, Alkohol. 2004 lag dieser Anteil noch bei 21,2 Prozent. Auch bei den 18- bis 25-Jährigen lässt sich diese Tendenz erkennen. 2016 tranken 30,7 Prozent regelmäßig alkoholische Getränke, 2004 waren das noch 43,6 Prozent. Im europäischen Ausland sind die Zahlen ähnlich. Nicht-Trinken könnte der nächste große Trend sein.

Alkoholfrei feiern kann man beispielsweise schon in Berlin. Die Partyreihe "Sober Sensations" bietet das, was die jungen Leute gerade wollen: tanzen und Mocktails, also alkoholfreie Cocktails. Jeden Mittwoch kann man sich auf Smoothies, Limonaden, Kokoswasser und Ingwer Shots freuen. Am nächsten Tag kann man mit der vollen Dosis Vitamine und garantiert katerfrei in den Tag starten.

Es geht nüchtern zu

Auch in New York City geht es nüchtern zu. Mit der "Listen Bar" hat die erste Bar eröffnet, in der keinerlei Spirituosen ausgeschenkt werden, und wenn dann nur alkoholfreie. In den USA wird der Trend "sober curious" genannt, was so viel heißt, wie nüchtern und neugierig. Die Ideengeberin und Gründerin der Bar Lorelei Bandrovschi sagte im Interview mit "Today", dass es sich um eine normale Bar mit Drinks handle, aber dass sie nicht glaube, dass es darum gehe, wie viel Alkohol in den Getränken sei. "Wir wollen einen Ort kreieren, wo es normal ist, nüchtern zu sein", sagte die Bar-Besitzerin. 

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Die "sober curious"-Bewegung streicht Alkohol komplett aus ihrem Leben. Es geht darum sich auf die Gesundheit, den Schlaf und auf das Wohlbefinden zu konzentrieren. Man soll immer daran denken, wie es sich anfühlt, keinen Kater am nächsten Tag zu haben.

Ruby Warrington, Autorin des Buches "Sober Curious", sagte "Good Morning America", dass sie glaubt, Nüchtern sein könne ein Lifestyle für alle werden. "Wir müssen nicht trinken. Es gibt nichts, was besagt, dass man als Erwachsener Alkohol konsumieren muss", fügte sie hinzu. "Und doch bringt uns unsere Gesellschaft nicht wirklich dazu, das zu glauben. Tatsächlich ist es die Norm zu trinken." Ihr Buch ermutigt die Leser, mehr auf den Alkoholkonsum zu achten.

Alkoholfreie Weine und Spirituosen kommen auf den Markt

 In die gleiche Kerbe schlagen auch Spirituosen, die mittlerweile alkoholfrei produziert werden. Beispielsweise der Gin "Siegfried Wonderleaf" oder alkoholfreier Wein wie der vom Berliner Start-up Kolonne Null. Wer den Geschmack von Gin Tonic oder auch einem Gläschen Wein am Abend als Genuss nicht missen, aber auf die Nachwirkungen verzichten möchte, hat immer mehr die Wahl. Sei es im Supermarktregal oder in der Bar. Und genau darum geht es der "sober curious"-Bewegung. Nicht nur unbedingt darum, komplett auf Alkohol zu verzichten, sondern den Menschen die Wahl zu lassen, ob sie zum Gin Tonic mit Schuss oder eben ohne greifen wollen.

Quellen: "Today","Good Morning America"

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