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Vergleich Veggie-Burger im Warentest: Wie gut sind die fleischlosen Bratlinge wirklich?

Fleischloses Burger-Vergnügen
Pflanzliche Patties gehören nach Veggie-Würstchen zu den meistverkauften Fleischersatzprodukten.
© Quanthem / Getty Images
Burger müssen schon lange nicht mehr mit Fleischeinlage kommen. Veggie-Patties aus Soja, Seitan und Co sind im Trend. Stiftung Warentest hat sich durchs fleischlose Sortiment getestet - ein Tiefkühl-Klassiker fällt durch.

Heute gibt es Burger in allen erdenklichen Varianten. Und das Herzstück muss längst nicht mehr aus Fleisch gemacht sein, alternativ gibt es die Bratlinge inzwischen auf Basis von Soja, Seitan, Jackfrucht und anderen pflanzlichen Rohstoffen. Stiftung Warentest hat 18 fleischlose Patties getestet, die Hälfte davon überzeugte. Allen voran einer auf Erbsenproteinbasis aus dem Hause "Beyond Meat", der als "besonders aromatisch" bewertet wurde. Fünf Produkte aber fielen negativ auf, sie waren schadstoffbelastet - darunter das einer Markt-Größe.

Schadstoffe im Burger-Patty

Die Tester fanden in den Produkten weder kritische Keime noch zugesetztes Glutamat. Und in den veganen Varianten wurde null Tierisches nachgewiesen. So weit so gut. Trotzdem überzeugten nicht alle Patties im Test. Ausgerechnet ein Platzhirsch im Kühlregal, "Iglo", enttäuschte. Die Patties waren so stark belastet, vier Schadstoffe wurden nachgewiesen, dass die Tester die Note 5,5 ausstellten. Das Unternehmen will bereits nachgebessert haben. Die "Black-Bean-Cashew-Burger" von "Alnatura" überzeugten ebenfalls nicht - da half auch das Bio-Label nichts. Die Patties erwiesen sich als die zweitschlechtesten (Note 3,5), auch in diesen hatte man einen Schadstoff gefunden.

Die drei besten Patties im Test liefern "Beyond Meat"(1,8), "Edeka" (2,1) und "The Vegetarian Butcher" (2,1). Die ersten beiden werden auf Basis von Erbsenprotein, letzterer auf Basis von Soja- und Weizeneiweiß gefertigt. Vor allem der Preisunterschied ist auffällig. Das Edeka-Produkt kostet mit 87 Cent pro 100 Gramm nur etwa halb so viel wie die Konkurrenz - und ist damit Preis-Leistungs-Sieger. Von den Top-3-Patties im Test sind allerdings nur noch die "No Meat Just Burger" Patties von Edeka in der getesteten Ausführung im Handel. Die beiden anderen Hersteller haben ihre Produkte inzwischen überarbeitet.

Fettige Angelegenheit

Was ist gesünder: Fleisch oder die pflanzliche Alternative? Warentest kommt zu dem Schluss, dass die Produkte "in unterschiedlichem Maß zur Gesundheit" beitragen. Kalorienzähler sollten sich von der pflanzlichen Alternative nicht blenden lassen. Ein Rindfleisch-Patty kommt im Schnitt mit etwa 9 Prozent Fett daher. Im Vergleich zu den Werten von Jackfrucht-Produkten scheint das viel, diese kommen mit bis zu 2,7 Prozent aus. Ein Patty von "Beyond Meat" dagegen bringt es auf einen Fettanteil von 21,5 Prozent. Der Testsieger punktet dafür aber mit einem Plus an gesunden Omega-3-Fettsäuren durch Rapsöl, solche sind in Rindfleisch kaum zu finden.

Rindfleisch beinhaltet viel Eisen. Damit können die Fleischalternativen nicht aufwarten. Auch in ihnen ist zwar Eisen zu finden, der Körper kann diese aber schlechter aufnehmen. In manchen Produkten wird Eisen zugesetzt, aber auch das kann der Körper schlechter verwerten. Warentest empfiehlt daher zum Essen ein Glas Orangensaft, das wirkt bei der Eisenverwertung unterstützend. 

Hackfleisch

Fazit

Wer Qualität will, muss nicht zu den teuersten Produkten greifen. Die teuersten Patties im Vergleich schnitten nur mit einem "Befriedigend" ab. Die günstigen Edeka-Patties hingegen schafften es in die Top 3. Und das Bio-Label hilft auch nicht weiter. Keines der Bio-Produkte kann mit der Spitze mithalten - gut waren drei, vier befriedigend. Auch die  Basiszutat gibt nur wenig Aufschluss über die Qualität. Zwei der besten Patties basieren auf Erbsenprotein, das schlechteste Produkt im Test allerdings auch.

Dazu kommt die Frage nach der Herkunft der Produkte. Während bei unverarbeitetem Fleisch Hinweise dazu auf der Verpackung stehen müssen, ist das bei den Alternativen nicht der Fall. Laut Warentest beziehen drei der Hersteller ihre Jackfrucht von Kleinbauern aus Indien, die nachhaltig anbauen. Allerdings müssen die Früchte erst weit reisen, um verarbeitet zu werden. Für den ökologischen Fußabdruck ist das nicht optimal. Andere importieren Soja aus Übersee. Das Problem: In den USA ist vielerorts der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen erlaubt. Bei zwei Herstellern fanden die Tester Spuren gentechnisch veränderter Organismen in den Patties.

Den vollständigen Test finden Sie gegen Gebühr auf test.de

tpo

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