Zerstörtes Zuhause Yulia und ihre Tochter flohen im Frühjahr aus Irpin. Für ein Weihnachten mit Papa kehren sie zurück – in den Krieg

Yulia umarmt ihre siebenjährige Tochter Diana
Yulia und die siebenjährige Diana, fotografiert in ihrem neuen Zuhause in Brandenburg
© Sebastian Backhaus/stern
Im Frühjahr floh Yulia mit ihrer Tochter vor dem Krieg nach Brandenburg. Doch zu Weihnachten hält sie dort nichts. Der stern begleitete sie auf der Reise zu Mann und Papa ins zerstörte Irpin in der Ukraine.

Als die rote Digitaluhr vorn beim Busfahrer auf 22 Uhr springt, bleibt noch eine Stunde, bis die Straßen der Ukraine ausschließlich Polizei und Militär gehören. Wer bis zum Beginn der Ausgangssperre nicht zu Hause ist, kommt erst am nächsten Morgen an. Hinten in der letzten Reihe tippt Yulia Titova auf ihr Handy, schreibt neue Nachrichten, zieht ihrer Tochter Diana die Mütze an, läuft zwischendurch nach vorn, redet mit dem Fahrer. Auf dem letzten Stück wird die Reise mit dem um viele Stunden verspäteten Fernbus von Berlin nach Kiew zu einem Rennen gegen die Uhr, es geht um Minuten.

Schließlich hat Yulia den Fahrer dazu gebracht, kurz vor Kiew auf freier Strecke zu halten und sie rauszulassen. "Schnell, schnell", ruft er.

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