2. Fußball-Bundesliga
Neuanfang beim KSC – Trainer Eichner geht nach der Saison

Welchen Club wird Christian Eichner in Zukunft trainieren? (Archivbild) Foto: Marc Schüler/dpa
Welchen Club wird Christian Eichner in Zukunft trainieren? (Archivbild) Foto
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Christian Eichner sitzt in der kommenden Spielzeit nicht mehr auf der KSC-Bank. Was hinter der Trennung nach dann mehr als sechs Jahren steckt und wie es beim Zweitligisten weitergehen soll.

Nach mehr als sechs Jahren trennen sich Trainer Christian Eichner und der Karlsruher SC nach dieser Saison - trotz eines bis 2027 laufenden Vertrages des 43-Jährigen. Dies sei das Ergebnis nach mehreren Gesprächen zwischen dem Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann und Eichner, teilte der badische Fußball-Zweitligist mit. Der mächtige Beirat des Clubs habe der Entscheidung bereits am Dienstagabend zugestimmt. 

KSC will neue Impulse setzen

"Christian hat sich über die Jahre durch gute Arbeit und Hingabe zu einem Aushängeschild unseres Clubs entwickelt", erklärte Eggimann in einer Vereinsmitteilung. Mit der Zeit sei jedoch "der Eindruck gereift und hat sich immer weiter verfestigt, dass wir nach sechseinhalb Jahren gemeinsamer Arbeit einen Punkt in der Entwicklung erreicht haben, an dem wir für die Zukunft neue Impulse setzen wollen". 

Der Tabellenneunte habe zudem frühzeitig Klarheit schaffen wollen, um die restlichen sechs Saisonspiele mit voller Konzentration angehen zu können, meinte Eggimann. "Damit wir Eiche den bestmöglichen Abschied bereiten, den er sich verdient hat." 

Wird Strobl der neue Eichner?

Zu einem möglichen Nachfolger zur kommenden Spielzeit äußerte sich der KSC nicht. Medienberichten zufolge soll es aber bereits einen Nachfolgekandidaten geben. Die "Badischen Neuesten Nachrichten" meldeten, dass Tobias Strobl vom Drittliga-Aufstiegskandidaten SC Verl kommen könnte.

Differenzen über sportliche Ausrichtung

An Eichner war schon in den vergangenen Wochen immer wieder Kritik aufgekommen. Speziell nach der 1:5-Pleite in Nürnberg Mitte Februar hatte Eggimann ein Bekenntnis zum früheren Bundesliga-Profi des KSC vermieden und Gespräche angekündigt. Zeitweise war dann dank einiger positiver Ergebnisse und Eichners Beitrag zur Entwicklung junger Spieler wie Sturmtalent Louey Ben Farhat wieder etwas Ruhe eingekehrt.

Dennoch gab es im Hintergrund wiederholt Differenzen über die sportliche Ausrichtung. Der meinungsstarke Eichner galt einigen Verantwortlichen zunehmend als unbequem, weil er den bloßen Fokus auf vermeintlich gewinnbringende Nachwuchsspieler nicht immer unkritisch mittragen wollte.

Eichner will bis zum Schluss alles geben 

Eichner erklärte, die Arbeit im Verein sei ihm "extrem ans Herz gewachsen." Im Mittelpunkt müsse in seinen letzten Wochen auf der KSC-Bank weiterhin der Erfolg der Mannschaft stehen, "die angesichts unserer kommenden Gegner eine große Verpflichtung trägt im Abstiegs- und Aufstiegskampf". 

Festzuhalten bleibt indes auch: Obwohl die Rahmenbedingungen mit dem neuen Stadion, einem oft ausverkauften Haus und Rekordumsätzen stimmten, gelang es dem Verein nicht, Eichner die nötigen Unterschiedsspieler zur Verfügung zu stellen, um die Entwicklung voranzutreiben.Im Dezember kam zudem die Frage auf, ob sich der Coach als Konsequenz einer Personalentscheidung zurückziehen würde. Die Verantwortlichen hatten sich überraschend von Co-Trainer Zlatan Bajramovic, dem engsten Vertrauten von Eichner, getrennt und den Cheftrainer und seine Mannschaft damit schockiert. Eichner blieb und erklärte nun ganz allgemein, er habe "stets versucht, auch solche Entscheidungen loyal mitzutragen, die ich persönlich womöglich anders getroffen hätte".

Langfristiges Ziel: Bundesliga

Seit Februar 2020 war der tief mit dem KSC verwurzelte Sinsheimer Chefcoach des KSC und damit der dienstälteste in der 2. Bundesliga. Auf lange Sicht strebt der einstige Defensivspieler den Sprung zum Erstliga-Trainer an - im Idealfall wollte Eichner dies mit den Karlsruhern erreichen. 

Doch davon ist der KSC derzeit weit entfernt. Statt in dieser Saison im Aufstiegskampf eine Rolle zu spielen, geht es für die Badener als Tabellenneunter wieder nur um Schadensbegrenzung.

dpa