Befreiung des KZ vor 81 Jahren
Holocaust-Überlebende mahnt in Ravensbrück zur Versöhnung

Vor 81 Jahren wurde das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück befreit. (Archivbild) Foto: Soeren Stache/dpa
Vor 81 Jahren wurde das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück befreit. (Archivbild) Foto
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Mehr als 120.000 Frauen litten im KZ Ravensbrück. 81 Jahre nach der Befreiung berichten Überlebende von viel Schmerz - und einer eindringlichen Botschaft.

In der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im Norden Brandenburgs haben Holocaust-Überlebende mit bewegenden Worten an die Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers vor 81 Jahren erinnert. "Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass sich alle Völker, die einander feindlich gegenüberstehen, miteinander versöhnen - so wie ich mich mit den Deutschen versöhnt habe", sagte Janina Iwańska (95) aus Polen. Sie war als politische Gefangene im KZ Ravensbrück inhaftiert.

Bei der Gedenkveranstaltung berichtete Iwańska von ihrem langen Weg von Hass und Wut auf die Deutschen bis zur Versöhnung. Mit jeder Reise nach Ravensbrück sei ihre Wut kleiner geworden, die Freundlichkeit sei von Begegnung zu Begegnung gewachsen, sagte sie. "Heute habe ich an all diesen Orten Freunde." Auch die Überlebenden Richard Fagot (90) aus Israel, Ib Katznelson (84) aus Dänemark und Ingelore Prochnow (82) aus Deutschland nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.

"Das "Nie wieder" entscheidet sich in unserem Verhalten, jeden Tag" 

"Unsere Kinder und Enkel werden uns eines Tages fragen, was wir aus den Erinnerungen und Appellen der Überlebenden gemacht haben", sagte Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD). "Die Antwort liegt nicht in großen Reden. Sie liegt darin, ob wir die Sprache verändern, in der wir über andere Menschen sprechen. Ob wir den Mund aufmachen, wenn Menschen ausgegrenzt, beleidigt oder bedroht werden. Und ob wir unser Zusammenleben so gestalten, dass die einfachen Antworten der Ideologen nicht verfangen. Das "Nie wieder" entscheidet sich in unserem Verhalten, jeden Tag." Auch Gedenkstättenleiterin Andreas Genest sagte, es gelte, Ausgrenzung und Anfeindungen entgegenzutreten.

In Ravensbrück ließ die sogenannte Schutzstaffel der Nazis 1939 das größte deutsche Frauen-Konzentrationslager errichten, in das später auch Männer kamen. Zwischen 1939 und 1945 waren laut Gedenkstätte mehr als 120.000 Frauen, 20.000 Männer und etwa 1.200 weibliche Jugendliche dort inhaftiert. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheit oder durch medizinische Experimente.

dpa

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