Erneut ist es bei einem Fußballspiel eines jüdischen Vereins in Berlin zu mutmaßlich antisemitischen Beleidigungen gekommen. Das Spiel von TuS Makkabi in einem Sportstadion im Stadtteil Hakenfelde in Spandau wurde am Sonntagnachmittag abgebrochen, wie die Polizei mitteilte.
Die zweiten Mannschaften der Vereine SSC Teutonia 1899 und TuS Makkabi spielten gegeneinander, als in der 55. Spielminute ein Zuschauer den Spielführer von Makkabi bei einem Einwurf mit einer antisemitischen Bemerkung zu dessen Armbinde angesprochen haben soll. Anschließend soll es noch weitere ähnliche Äußerungen gegeben haben, so die Polizei.
TuS Makkabi entschied daraufhin, nicht weiter zu spielen. Der Schiedsrichter brach die Partie ab. Polizisten identifizierten einen 52-jährigen Mann als Verdächtigen und stellten seine Identität fest. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt wegen des Verdachts der antisemitischen Volksverhetzung und Beleidigung.
Nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel im Oktober 2023 und der massiven Reaktion Israels darauf kam es bei Fußballspielen immer wieder zu antisemitischen Vorfällen. Dazu zählten Übergriffe auf Jugendspieler des TuS Makkabi in Berlin 2024 und die Jagd auf jüdische Fans in Amsterdam.
Der Präsident des jüdischen Sportverbandes TuS Makkabi Deutschland, Alon Meyer, hatte 2024 von Fußball als "Brennglas der Gesellschaft" gesprochen. Meyer steht den rund 40 Makkabi-Ortsvereinen in ganz Deutschland vor. Zugleich sei der Sport "als Werkzeug ein ganz einfaches Tool, um Vorurteile abzubauen und Brücken zu bauen und um Menschen zu sensibilisieren".
Im Herbst 2025 beendete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gemeinsam mit dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) und Makkabi Deutschland ein dreijähriges Pilotprojekt im Kampf gegen Rassismus im Fußball. Laut den Verantwortlichen wurden 1.169 Amateurvertreter in 165 Vereinen erreicht und 75 Maßnahmen umgesetzt. Knapp 90 Prozent der Teilnehmer fühlten sich durch die Maßnahmen kompetenter im Umgang mit Rassismus.
Das Projekt stand unter dem Motto "Fußballzeit ist die beste Zeit gegen Rassismus" und richtete sich an Amateurvereine in der Pilotregion in Nordostdeutschland. In den Vereinen wurden pädagogische Trainings angeboten, um sich auf dem Platz dem Thema anzunähern. Der DFB kündigte an, das Thema "permanent auf der Tagesordnung zu lassen", bundesweit zu gestalten und auch Schulen miteinzubeziehen.