Hamburg hat eine neue Anlaufstelle für Obdachlose geschaffen. An der Stresemannstraße, in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Holstenstraße, eröffnet am Montag eine neue Tagesaufenthaltsstätte, die bis zu 100 obdachlosen Menschen Platz bietet. Dazu entstanden 20 Wohnungen. Diese sind Mieterinnen und Mietern vorbehalten, die aus der Obdach- oder Wohnungslosigkeit kommen und sich soweit stabilisiert haben, dass die einen eigenen Haushalt führen können.
Die neue Aufenthaltsstätte sei eine Stelle, in der "Menschen in Kontakt mit dem Hilfesystem kommen können", sagte Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD), die dem Neubau gemeinsam mit dem Altonaer Bezirksamtsleiter Sebastian Kloth (Grüne) sowie dem Geschäftsführer des Betreibers Fördern & Wohnen, Arne Nilsson, einen Besuch abstattete.
Baukosten liegen bei etwa zehn Millionen Euro
Das siebenstöckige Gebäude schließt eine 550 Quadratmeter große Baulücke an der Stresemannstraße. Die Baukosten lagen bei etwa zehn Millionen Euro.
Die Aufenthaltsstätte wird täglich, auch an Wochenenden und Feiertagen von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet sein. Obdachlose Menschen können sie ohne weitere Voraussetzungen nutzen. Zum Angebot gehören Beratung, Mahlzeiten, Duschen, Gepäckaufbewahrung, die Ausgabe von Hygieneartikeln und Kleidung sowie die Möglichkeit, eine Postadresse einzurichten.
Allein im Januar starben 13 Obdachlose in Hamburg
Die etwa 30 bis 35 Quadratmeter großen Wohnungen für jeweils eine Person liegen im dritten bis sechsten Stock. Die Vermietung hat in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Wohnungsnotfälle des Bezirks Altona bereits begonnen.
Mitte des Monats hatte die Stadt bestätigt, dass allein im Januar mindestens 13 Obdachlose in Hamburg gestorben seien. Drei von ihnen starben auf der Straße, teilte Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) mit. Die anderen seien etwa in Einrichtungen wie dem Winternotprogramm oder im Krankenhaus gestorben.