Ironman in Hamburg
Laura Philipp nach EM-Silber: „Unglaublich stolz“

Kam als Zweite bei der Ironman-EM in Hamburg an: Laura Philipp. Foto: Georg Wendt/dpa
Kam als Zweite bei der Ironman-EM in Hamburg an: Laura Philipp. Foto
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Laura Philipp wollte zum dritten Mal in Hamburg triumphieren und ihren vierten EM-Titel holen. Doch Weltmeisterin Solveig Lovseth war schneller. Ein Zwischenfall beeinträchtigt die Veranstaltung.

Das geliebte Franzbrötchen als Lohn für ein starkes Rennen beim Ironman in Hamburg wird Laura Philipp sich erst mit einem Tag Verspätung gönnen. „Ich habe über die letzten acht Stunden sehr, sehr viel Zucker gegessen. Jetzt hätte ich eher Lust auf eine Pizza oder etwas Salziges“, sagte die Triathletin im ARD-Fernsehen nach ihrem zweiten Platz bei der Europameisterschaft in der Hansestadt. Am Montag sei sie noch in der Stadt und werde sich „auf jeden Fall das ein oder andere gönnen“.

Verdient hat sie es sich. Zwar hatte die 39-Jährige aus Heidelberg ihren dritten Sieg bei dem Rennen und ihren insgesamt vierten EM-Titel verpasst. Doch angesichts der gesundheitlichen Probleme in der Vorbereitung war sie mehr als zufrieden. Die Weltmeisterin von 2024 musste sich nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und dem abschließenden Marathonlauf nur der Weltmeisterin Solveig Lovseth geschlagen geben. 

Die Norwegerin erreichte nach 8:11:11 Stunden das Ziel auf dem Hamburger Rathausmarkt. 1:18 Minuten später kam Laura Philipp an. Dritte wurde Katrine Christensen aus Dänemark. 

Fast acht Minuten Rückstand aufgeholt

„Ich bin unglaublich stolz, dass ich das geschafft habe und noch so nah herangekommen bin“, sagte sie. Das Rennen habe sie auf der Radstrecke verloren. Zweimal sei sie beinahe durch Böen vom Rad gefallen, berichtete sie. „Es war echt hart und teilweise gefährlich.“

Mit etwa acht Minuten Rückstand auf Lovseth ging sie auf die Laufstrecke um die Alster und hätte die neue Europameisterin fast noch eingeholt. „Es war mental hart, aber irgendwie natürlich auch extrem cool, den Rückstand noch mal so zu reduzieren.“   

Mit ihrem Ergebnis konnte Laura Philipp angesichts ihrer jüngsten Probleme nicht rechnen. Im Höhentrainingslager im April war sie nach einer Ernährungsumstellung wegen Bauch- und Rückenschmerzen in die Klinik gekommen. 

In Hamburg wirkte sie gut erholt. „Ich denke, ich kann aus diesem Ergebnis jetzt wirklich ein bisschen Selbstvertrauen herausschöpfen für den Rest der Saison“, sagte sie. Höhepunkt ist die Ironman-WM beim Klassiker auf Hawaii am 10. Oktober. 

Metallsplitter auf der Radstrecke

Das Rennen in Hamburg wurde durch einen Zwischenfall beeinträchtigt. Auf einem Teilabschnitt der Radstrecke lagen mehrere Metallsplitter auf dem Asphalt. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um millimetergroße Kleinstteile. 

Etwa 50 Teilnehmer seien durch Reifendefekte gestoppt worden, hieß es von der Polizei. Nach Medienberichten mussten sogar bis zu 150 Triathleten ihr Rennen unterbrechen. Das Profifeld war nicht betroffen. Die Polizei war am Ort. Über Verletzte war nichts bekannt.

Über mögliche Hintergründe wollte der Polizei-Mitarbeiter nichts sagen. Mutmaßungen, es handele sich um einen Anschlag oder Sabotage, bezeichnete er als „Spekulation“. 

Diskussionen um Radstrecke schon vor dem Rennen

Diskussionen um die Radstrecke hatte es in Bergedorf und Kirchwerder schon im Vorfeld gegeben. Nachdem bei der Männer-EM vor drei Jahren der Fahrer eines Begleitmotorrades nach einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Radfahrer verstorben war, war die Passage in den Vier- und Marschlanden aus Sicherheitsgründen verändert worden. Aufgrund von Anwohnerbeschwerden wegen der starken Verkehrseinschränkungen in Bergedorf führte ein Teilstück am Deich nun wieder in beide Richtungen.

dpa