Ein ICE ist bei Bardowick nahe Lüneburg am Mittag gegen eine gerissene Oberleitung geprallt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, saßen etwa 460 Reisende mehrere Stunden lang in dem Zug auf dem Weg nach München fest.
Am späten Nachmittag wurden sie auf freier Strecke über Verbindungsstege direkt in einen anderen Zug evakuiert. Allerdings ging die Fahrt dann am frühen Abend nicht nach München weiter, sondern zurück nach Hamburg, wie der Bundespolizeisprecher berichtete.
Mehrere Menschen mit Kreislaufproblemen
Weil es in dem stehenden Zug in der Sonne sehr warm geworden sei, hätten am Ende sieben Menschen medizinisch betreut werden müssen. Die Betroffenen hätten Kreislaufstörungen gehabt. Eine Person sei vorsorglich ins Krankenhaus gekommen.
Bei der Evakuierung war besondere Vorsicht geboten: Wegen der Oberleitungs-Spannung von etwa 15.000 Volt bestehe potenziell Lebensgefahr, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.
Der Vorfall sorgte auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin für längere Fahrzeiten und Verspätungen. Züge wurden über Hannover umgeleitet. Auch die Linien RE3 und RB31 der Metronom-Regionalzüge waren von dem Oberleitungsschaden betroffen. Es kam auf der Strecke zwischen Hamburg-Lüneburg-Uelzen zu massiven Verspätungen und Teilausfällen, ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.
Ursache für Oberleitungsschaden unklar
Am Abend hieß es dann auf der Webseite von Metronom, die Strecke sei nach dem Oberleitungsschaden wieder befahrbar. Die Ursache für den Schaden ist bislang unbekannt.
Zusätzlich gab es am Abend aber weiterhin eine Weichenstörung in Winsen (Luhe), die auf der Strecke von Hamburg nach Lüneburg zu teils hohen Verspätungen führt. Ein Busnotverkehr bleibe zunächst bestehen, hieß es.