Strecke Hamburg-Berlin
ICE bleibt liegen - Reisende steigen auf freier Strecke um

Rund 460 Reisende saßen wegen des Oberleitungsschadens in einem ICE im Landkreis Lüneburg fest. (Symbolbild) Foto: Julian Strate
Rund 460 Reisende saßen wegen des Oberleitungsschadens in einem ICE im Landkreis Lüneburg fest. (Symbolbild) Foto
© Julian Stratenschulte/dpa

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Bei Lüneburg prallt ein ICE gegen eine Oberleitung. 460 Reisende sitzen stundenlang fest, dann steigen sie auf freier Strecke in einen anderen Zug um. Und statt nach München geht es zurück gen Norden.

Ein ICE ist bei Bardowick nahe Lüneburg am Mittag gegen eine gerissene Oberleitung geprallt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, saßen etwa 460 Reisende mehrere Stunden lang in dem Zug auf dem Weg nach München fest. 

Am späten Nachmittag wurden sie auf freier Strecke über Verbindungsstege direkt in einen anderen Zug evakuiert. Allerdings ging die Fahrt dann am frühen Abend nicht nach München weiter, sondern zurück nach Hamburg, wie der Bundespolizeisprecher berichtete.

Mehrere Menschen mit Kreislaufproblemen

Weil es in dem stehenden Zug in der Sonne sehr warm geworden sei, hätten am Ende sieben Menschen medizinisch betreut werden müssen. Die Betroffenen hätten Kreislaufstörungen gehabt. Eine Person sei vorsorglich ins Krankenhaus gekommen. 

Bei der Evakuierung war besondere Vorsicht geboten: Wegen der Oberleitungs-Spannung von etwa 15.000 Volt bestehe potenziell Lebensgefahr, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. 

Der Vorfall sorgte auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin für längere Fahrzeiten und Verspätungen. Züge wurden über Hannover umgeleitet. Auch die Linien RE3 und RB31 der Metronom-Regionalzüge waren von dem Oberleitungsschaden betroffen. Es kam auf der Strecke zwischen Hamburg-Lüneburg-Uelzen zu massiven Verspätungen und Teilausfällen, ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.

Ursache für Oberleitungsschaden unklar

Am Abend hieß es dann auf der Webseite von Metronom, die Strecke sei nach dem Oberleitungsschaden wieder befahrbar. Die Ursache für den Schaden ist bislang unbekannt. 

Zusätzlich gab es am Abend aber weiterhin eine Weichenstörung in Winsen (Luhe), die auf der Strecke von Hamburg nach Lüneburg zu teils hohen Verspätungen führt. Ein Busnotverkehr bleibe zunächst bestehen, hieß es.

dpa