Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva bei seinem Deutschlandbesuch einen besonderen Wunsch erfüllt - allerdings nur halb. Lula bekam die vor der Reise erbetene Wurst serviert - aber nicht wie gewünscht von einem Straßenimbiss in Hannover.
Lula hatte seinen Wunsch an Merz vor seiner Abreise in einem "Spiegel"-Interview verraten. "Ich habe ihm gesagt, wenn ich nach Deutschland reise, esse ich gerne Wurst vom Straßenimbiss", sagte er. "Das letzte Mal, als ich im Büro von Angela Merkel war, habe ich eine Wurst gegessen, die ich an einem Stand gekauft hatte. Wenn ich im Ausland bin, versuche ich die örtlichen Speisen zu probieren."
Rindscurrywurst, grobe Rindswurst, Bratwurst vom Schwein
Merz reagierte darauf. Noch vor dem festlichen Mittagessen auf Schloss Herrenhausen ließ er seinem Gast "eine Auswahl von Wurstspezialitäten" servieren, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Der Koch der Schlossküche bereitete unter anderem eine Rindscurrywurst, eine grobe Rindswurst und eine Bratwurst von Schwein zu.
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz zeigte sich Lula trotzdem enttäuscht. "Das Einzige, was ich bedaure, ist, dass ich an keiner Straße vorbeigekommen bin, an der ein Imbisswagen stand, der Bratwürste oder Bratwurst im Wagen verkaufte", sagte er. "Ich habe keinen gesehen, also werde ich Hannover verlassen, ohne die Bratwurst im Wagen gegessen zu haben und auch ohne die Bratwurst, die ich sehr gerne mag."
"Vielleicht bringen Sie mir ja eine Portion Bratwurst mit"
Dann fügte er noch an Merz gewandt hinzu: "Vielleicht bringen Sie mir ja eine Portion Bratwurst mit, wenn Sie nach Brasilien kommen."