2. Bundesliga Schalke 04 trotz Dzeko im Tief: "Wir schlagen zurück"

Trainer Miron Muslic (M) muss auf Schalke seine erste kleine Krise bewältigen. Foto: Anke Waelischmiller/dpa
Trainer Miron Muslic (M) muss auf Schalke seine erste kleine Krise bewältigen. Foto
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Der Aufstiegskandidat gewinnt zum vierten Mal in Serie nicht. Er scheint eine Stärke verloren zu haben.

Zumindest äußerlich brachte Miron Muslic die erste kleine Krise seiner Amtszeit nicht aus der Ruhe. "Wir schlagen zurück", kündigte der Trainer des FC Schalke 04 an. Das 0:2 beim VfL Bochum war für den Aufstiegsanwärter Nummer eins das vierte sieglose Spiel in Serie. Der Hype um Star-Neuzugang Edin Dzeko hat bisher nicht für den erhofften Schub im Rennen um die Fußball-Bundesliga gesorgt. Bricht Schalke jetzt ein? Was macht die Sieglos-Serie in den Köpfen der Spieler?

Kapitän Karaman: "Das wirft uns nicht um"

"Ich mache mir keine Sorgen", sagte Muslic. "Jetzt ist der Trend gegen uns. Aber wir sind verantwortlich für diesen Trend." Man könne die Trendumkehr schaffen. "Und das werden wir machen gegen Dresden am Samstag. Davon bin ich 100 Prozent überzeugt."

Auch Kapitän Kenan Karaman verfällt nicht in Panik. "Dass auch solche Phasen kommen, war uns immer bewusst. Aber das wirft uns nicht um. Ich sehe jeden Tag, dass wir hart arbeiten, dass wir als Mannschaft gefestigt sind und die Kabine funktioniert", sagte der 31-Jährige.

Klar ist: Will Schalke im engen Aufstiegsrennen nicht weiter zurückgeworfen werden, müssen die Gelsenkirchener schleunigst ihre defensive Stabilität wiederfinden. In den vergangenen vier Partien kassierte Torwart Loris Karius sechs Gegentore. Zuvor waren es in 16 Spielen acht. "Wir müssen weniger Tore kassieren, weniger zulassen, besser verteidigen", forderte Karius und Karaman sagte: "Wir müssen da wieder stabiler werden - alle zusammen."

Problemzone Angriff

Weder Personalsorgen noch eine dadurch bedingte Systemumstellung wollten die Schalker als Ausrede hernehmen. "Es ist der letzte Wille, die Situation sauber zu verteidigen. Da kann man Fünferkette, Sechserkette, Viererkette spielen. Das hat wenig mit dem System zu tun", sagte Karius.

Die defensive Stabilität sorgte bislang dafür, dass Unzulänglichkeiten im Angriffsspiel nicht so ins Gewicht fielen. Vorn präsentiert sich Schalke schon die gesamte Saison minimalistisch. 24 Tore in 20 Spielen ist eigentlich nicht die Bilanz eines Aufstiegskandidaten. Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Dzeko soll Schalke gefährlicher machen.

Dzeko traf beim Debüt gleich überragend und ließ auch nach seiner Einwechslung im Nachbarschaftsduell mit Bochum punktuell seine technische Klasse aufblitzen. Das Problem ist aber: Wenn der 39-Jährige aus dem Mittelfeld nicht angemessen in Szene gesetzt wird, sind auch seine Möglichkeiten limitiert.

Aberkanntes Tor sorgt für Ärger

In Bochum ärgerten sich die Schalker zudem über den Schiedsrichter. Beim vermeintlichen Anschlusstor von Nikola Katic nach einer Ecke hatte Michael Bacher im Gedränge vor dem Bochumer Tor ein Foul gesehen. Er gab den Treffer nicht. "Ich finde, wir schießen ein klares Tor", sagte Muslic.

Karius verwies auf ähnliche Szenen in der bisherigen Saison. Der 32-Jährige vermisst eine klare Linie. "Die Schiedsrichter müssen sich da mal zusammensetzen. So geht’s für mich nicht weiter", sagte er. "Entweder man beschützt die Torhüter. Dafür hat man den Fünfmeterraum. Oder man schafft ihn komplett ab und sagt: "Macht, was ihr wollt, alles ist erlaubt". Jedes Mal zu wechseln, finde ich eine Frechheit."

dpa

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