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CDU und SPD verlieren weiter in NRW-Umfragen – AfD steigt

Die Landtagswahl 2027 wird spannend in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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Könnte der Ministerpräsident in NRW direkt gewählt werden, wäre Wüsts Herausforderer Jochen Ott weit abgeschlagen. Aber: Grundsätzlich haben CDU und SPD ein ähnlich hohes maximales Wählerpotenzial.

Knapp ein Jahr vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hält der Negativtrend für CDU und SPD in Wählerumfragen auch im einwohnerstärksten Bundesland an. Nachdem beide Parteien kürzlich bereits im "NRW-Check" für die Tageszeitungen im Vergleich zur Vorjahresbefragung abgerutscht waren, bestätigt sich der Trend nun auch in einer repräsentativen Umfrage des Sozialforschungsinstituts Insa für die "Bild".

Wenn schon am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre, käme die CDU in NRW demnach auf 34 Prozent der Stimmen – 2 Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Insa-Umfrage im November 2025. Damals hatte die CDU unter Führung ihres Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Hendrik Wüst mit 36 Prozent sogar noch ein kleines Plus im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl 2022 gemacht (35,7 Prozent).

Für seine jüngste Umfrage hatte Insa eigenen Angaben zufolge zwischen dem 30. April und dem 5. Mai 1.000 Personen ab 16 Jahren aus NRW online befragt. Von ihnen würden nur noch 18 Prozent ihre Stimme der SPD geben – ein Prozentpunkt weniger als bei der vorherigen Insa-Umfrage und sogar knapp 9 Punkte weniger als bei der NRW‑Wahl 2022 (26,7 Prozent).

Trostpflaster für die SPD: Diesmal nicht hinter der AfD

Knapp dahinter liegt die AfD mit 17 Prozent – plus ein Punkt im Vergleich zum November 2025 und gut eine Verdreifachung im Vergleich zur Landtagswahl 2022 (5,4 Prozent). Damit würden die Rechtspopulisten vom damals letzten Platz der fünf Düsseldorfer Landtagsparteien auf den dritten vorrücken. Kleiner Trost für die Sozialdemokraten: In der Forsa-Umfrage für den "NRW-Check" vom April hatte die AfD erstmals in NRW sogar die SPD in deren einstigem Stammland hinter sich gelassen und war mit 20 Prozent Zustimmung sogar auf den zweiten Platz hinter die CDU vorgerückt.

In der neuen Insa-Umfrage liegen die Grünen mit 15 Prozent auf Platz 3. Sie gewinnen 3 Punkte im Vergleich zur vergangenen Umfrage, kommen aber nicht mehr auf ihr starkes Landtagswahlergebnis von 18,2 Prozent.

Die Linke käme auf neun Prozent und könnte demnach erstmals seit 2010 wieder in den Düsseldorfer Landtag einziehen. Die FDP würde dagegen mit nur 4 Prozent auch in NRW aus dem Parlament fliegen.

Wüst-Herausforderer Jochen Ott hat es schwer

Wüst könnte nach diesen Zahlen Regierungschef in NRW bleiben – seine schwarz-grüne Koalition käme auf 49 Prozent. Auch wenn der Ministerpräsident direkt gewählt werden könnte, hätte der CDU-Politiker deutlich die Nase vorn: Laut Insa-Umfrage käme der Amtsinhaber auf 37 Prozent, sein SPD-Herausforderer Jochen Ott hingegen nur auf 10 Prozent. 29 Prozent möchten "keinen der beiden" als Ministerpräsident sehen, der Rest äußerte keine Meinung.

Aber: Beim maximal möglichen Stimmenpotential sind CDU und SPD nah beieinander: 49 Prozent könnten sich demnach "grundsätzlich auch vorstellen, bei einer Landtagswahl in NRW" CDU zu wählen – bei der SPD waren das 48 Prozent.

dpa