Bahnverkehr Nur Busse nach Wuppertal: ruhiger Start in die Feuerprobe

Der Morgen am Wuppertaler Hauptbahnhof läuft trotz der Generalsanierung auf der Strecke Hagen-Wuppertal ruhig an. Foto: Federico
Der Morgen am Wuppertaler Hauptbahnhof läuft trotz der Generalsanierung auf der Strecke Hagen-Wuppertal ruhig an. Foto
© Federico Gambarini/dpa
Fünf Monate lang ist die Bahnstrecke von Köln nach Hagen jetzt gesperrt. Pendler müssen auf Ersatzbusse ausweichen. Der erste Werktag läuft zunächst ohne Komplikationen an.

Viele Pendler sind am Montagmorgen wegen der Sperrung der Bahnstrecke von Köln über Wuppertal nach Hagen auf Ersatzbusse umgestiegen. Der erste Berufsverkehr sei ruhig und stabil angelaufen, sagte eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Im Nahverkehr hätten Pendler zahlreiche Ersatzbusverbindungen nutzen können. "Das Konzept wurde gut angenommen, die Umstiege zwischen Bus und Bahn haben funktioniert."

Pendler zeigen sich gut vorbereitet - Chaos bleibt aus 

Nach Beobachtungen eines dpa-Reporters waren am frühen Morgen zahlreiche Ersatzbusse am Wuppertaler Hauptbahnhof. Überfüllte Fahrzeuge oder chaotische Situationen waren nicht zu sehen. Auf den Autobahnverbindungen zwischen Düsseldorf und Wuppertal gab es laut ADAC-Staumelder streckenweise dichten Verkehr, aber kaum Zeitverluste für die Pendler. 

Die Deutsche Bahn setze im Nahverkehr auf einen Mix aus Bussen, die alle Haltestellen anfahren, sowie Expressbussen mit ausgewählten Halten, erläuterte die Sprecherin. Die Busse seien in unterschiedlichen Takten von 10 bis 60 Minuten unterwegs.

Für eine umfassende Sanierung ist die wichtige Bahnstrecke gut fünf Monate bis zum 10. Juli gesperrt. Fernzüge werden umgeleitet, Pendler im Regionalverkehr müssen auf Ersatzbusse umsteigen und deutlich mehr Zeit einplanen.

ICE-Züge brauchen bis zu 40 Minuten länger

Im Fernverkehr fahren während der fünfmonatigen Bauphase ICE-Züge von Köln in Richtung Berlin und Hamburg über das Ruhrgebiet - dadurch dauert die Fahrt etwa 20 bis 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen halten überhaupt keine Fernzüge. Hagen wird bis zum 15. Mai vom Fernverkehr abgeschnitten.

Für Pendler in der Region setzt die Bahn rund 200 Bussen ein - das sind noch einmal deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Ersatzbusse sollen teilweise im Zehnminuten-Takt kommen. Einige fahren wie S-Bahnen alle Bahnhöfe auf der Strecke ab. Es gibt aber auch Expressbusse, die über die Autobahn fahren und nur die größten Stationen verbinden.

Fahrt mit dem Bus dauert länger

Trotzdem dauert die Fahrt mit dem Bus um deutlich länger als mit dem Zug. Von Wuppertal nach Köln etwa braucht man gut eineinhalb Stunden statt wie sonst 34 Minuten mit dem Zug.

Am besten sehen Reisende in der Online-Auskunft, wie die eigene Verbindung trotz der Bauarbeiten funktioniert. Dort seien alle Änderungen während der Bauphase bereits eingepflegt, so die Bahn. Während der Sperrung sehe man dort auch in Echtzeit, ob der Ersatzbus pünktlich oder verspätet ist - was wegen des vielen Verkehrs in der Region durchaus vorkommen könne.

Bahn saniert Gleise und Bahnhöfe

Die Bahn will während der gut fünfmonatigen Generalsanierung vor allem die Gleise und die Bahnhöfe modernisieren. Hier unterschreite die aktuelle Situation "die Grenze dessen, was wir unseren Reisenden zumuten wollen", sagte eine Bahn-Sprecherin. "Die Reisenden werden nach der Generalsanierung eine deutlich bessere Infrastruktur vorfinden."

dpa