Ein Bündnis aus Umwelt-, Sozial- und Mieterverbänden fordert ein Wohnraumaufsichtsgesetz in Rheinland-Pfalz. Das geht aus einem Schreiben hervor, das die Verbraucherzentrale des Landes veröffentlichte. "Hohe Heizkosten, maroder Wohnungsbestand, fehlende Eingriffsmöglichkeiten der Kommunen und eine niedrige Sanierungsquote treffen auf ambitionierte Klimaziele und vielerorts knappen bezahlbaren Wohnraum", heißt es darin.
Mehr als ein Drittel der Gebäude im Land gilt demnach als energetisch stark sanierungsbedürftig. Besonders Menschen mit niedrigen Einkommen litten unter hohen Heizkosten. "Wir erleben in unseren Beratungen täglich, wie Menschen wegen steigenden Heizkosten in finanzielle Schwierigkeiten geraten", sagte die Vorständin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Heike Troue, in dem Schreiben. "Das ist kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Problem eines veralteten Gebäudebestands."
Ein Wohnraumaufsichtsgesetz solle klare Mindeststandards festlegen und Kommunen mehr Eingriffsmöglichkeiten geben. "Kein Mensch sollte in einer Wohnung mit Schimmel oder ohne funktionierende Heizung leben müssen", sagte Troue. "Ein Wohnraumaufsichtsgesetz ist überfällig."
Kritisch sehen die Organisationen den Schwerpunkt auf Neubau. Stattdessen müsse der Fokus stärker auf Sanierung, der Reaktivierung von Leerstand und der Umnutzung bestehender Gebäude liegen. In Rheinland-Pfalz stehen nach ihren Angaben mehr als 80.000 Wohnungen leer.
Zu den Unterzeichnern zählen demnach die Landesverbände des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), des Deutschen Mieterbunds, der Liga der freien Wohlfahrtspflege, des Naturschutzbunds Nabu, der Naturfreunde, des Paritätischem Wohlfahrtsverband, der Verbraucherzentrale und des Verbands Wohneigentum.