Frauen haben in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr im Schnitt vier Prozent weniger verdient als Männer. Damit fiel die Lücke in Sachsen-Anhalt deutlich kleiner aus als im Bundesdurchschnitt, wo der unbereinigte Gender Pay Gap bei 16 Prozent lag, wie das Statistische Landesamt mitteilte.
Die Lohnlücke ist in Sachsen-Anhalt zudem geringer als in den Nachbarländern Thüringen und Sachsen. Generell sind die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in den ostdeutschen Bundesländern niedriger als in den westlichen Bundesländern.
Bundesweite Ausnahme: In zwei Landkreisen verdienen Frauen mehr
Frauen verdienten laut Statistikamt im vergangenen Jahr 21,40 Euro brutto pro Stunde und damit 82 Cent weniger als Männer. "Zusammenfassend muss gesagt werden, dass Frauen in Sachsen-Anhalt in vielen Fällen weniger pro Stunde verdienten, durchschnittlich weniger am Erwerbsleben teilnahmen und häufiger in Teilzeit als Männer arbeiten", hieß es in einer Mitteilung des Amts.
Auf Ebene der Landkreise gab es zuletzt nur vier Regionen in Deutschland, in denen der durchschnittliche Verdienst von Frauen über dem der Männer lag - mit Dessau-Roßlau und dem Landkreis Stendal lagen zwei dieser Regionen in Sachsen-Anhalt. Die Daten auf Landkreisebene beziehen sich allerdings auf das Jahr 2024.
Equal Pay Day macht auf Verdienstunterschiede aufmerksam
Der unbereinigte Gender Pay Gap beschreibt den durchschnittlichen Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, ohne dass dabei strukturelle Faktoren wie Qualifikation, Tätigkeit, Erwerbsbiografie oder Beschäftigungsumfang berücksichtigt werden.
Mit dem Equal Pay Day am Freitag soll auf die ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen hingewiesen werden. Der Tag markiert symbolisch den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem Frauen rechnerisch "umsonst" gearbeitet haben, während Männer bereits seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.