Unweit der Grenze zu Sachsen kämpft die tschechische Feuerwehr weiter mit einem Großaufgebot gegen einen Waldbrand in einem bei Touristen beliebten Nationalpark. Das Feuer war am Samstagnachmittag in Rynartice, einem Ortsteil der Gemeinde Jetrichovice, ausgebrochen. Es erfasste bisher eine Fläche von rund einem Quadratkilometer, wie der Agentur CTK zufolge ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Probleme bereite das unzugängliche Gelände. "Die Feuerwehrleute haben Probleme, sich dort zu bewegen", hieß es. Verletzte wurden bisher nicht gemeldet.
Unterstützung aus vielen Teilen Tschechiens
Das betroffene Gebiet liegt im bei Touristen zum Wandern beliebten Nationalpark Böhmische Schweiz, der unmittelbar an die Sächsische Schweiz grenzt. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde inzwischen auf rund 500 aufgestockt. Zudem sollten bis zu sieben Hubschrauber Wasser aus der Luft abwerfen. Dabei half die tschechische Armee. Auf einem Flugfeld wurde eine Wasser-Tankstelle für die Hubschrauber eingerichtet.
Aus Prag machte sich ein Konvoi aus zehn Großtanklöschfahrzeugen auf den Weg nach Nordböhmen. Auch aus zahlreichen weiteren Regionen des Landes traf Unterstützung ein. Die Polizei sperrte Straßen und rief die Menschen auf, das Gebiet zu meiden und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.
Nach Angaben der Feuerwehr brennt überwiegend Waldstreu, also eine Schicht aus herabgefallenen Blättern, Nadeln, Zweigen und Rinden auf dem Waldboden. Der Rauch war aus weiter Entfernung zu sehen. Über dem Waldbrand-Gebiet wurde eine Flugverbotszone eingerichtet, die auch für Drohnen gilt. Das tschechische Umweltministerium teilte mit, dass man die Lage intensiv beobachte. Man sei bereit, bei Bedarf einen Krisenstab aufzustellen.
Große Trockenheit
Wegen der langanhaltenden Trockenheit warnt der staatliche Wetterdienst Tschechiens vor einer erhöhten Gefahr von Wald- und Flurbränden in weiten Teilen des Landes. Die Behörden appellierten an die Menschen, keine offenen Feuer zu entzünden oder Zigarettenkippen in den Wald zu werfen.
In Nordböhmen musste die Feuerwehr am Wochenende noch gegen einen weiteren Waldbrand kämpfen. Die Flammen breiteten sich bei der Stadt Chrastava rund 15 Kilometer südöstlich von Zittau auf einer Fläche von rund 25 Hektar aus. Dieser Brand konnte zunächst eingegrenzt und noch am Samstagabend gelöscht werden.
Im Sommer 2022 war es zum bisher größten Waldbrand in der Geschichte des Nationalparks Böhmische Schweiz gekommen. Damals waren mehr als 1.600 Hektar betroffen. Tausende Feuerwehrleute kämpften drei Wochen lang gegen die Flammen.
Polizeivideo bei X, auf Tschechisch Feuerwehr zur Unterstüzung aus Prag bei X, auf Tschechisch