Kritik an Sparplänen
Zahnärzte warnen vor Versorgungslücken bei Kieferorthopädie

In Thüringen versorgen derzeit etwa 90 Praxen ohne Fachzahnarzt-Titel für Kieferorthopädie etwa 11.300 Kinder und Jugendliche. (
In Thüringen versorgen derzeit etwa 90 Praxen ohne Fachzahnarzt-Titel für Kieferorthopädie etwa 11.300 Kinder und Jugendliche. (Symbolbild) Foto
© Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa

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Die Sparpläne der Bundesregierung könnten in Thüringen zu Versorgungslücken bei Kieferorthopädie führen - warnen die Zahnärzte. Besonders Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum wären betroffen.

Die Thüringer Zahnärzte fürchten mit dem von der Bundesregierung geplanten Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung Einschnitte bei der kieferorthopädischen Behandlung. Die vorgesehene Einsparmaßnahme bei kieferorthopädischen Leistungen gesetzlich versicherter Patienten sei unverständlich, kritisierten die Kassenzahnärztliche Vereinigung Thüringen und die Landeszahnärztekammer. 

Derartige Behandlungen sollen künftig ausschließlich von Fachzahnärzten für Kieferorthopädie bei den gesetzlichen Kassen abgerechnet werden dürfen. In Thüringen versorgen den Angaben nach derzeit etwa 90 Praxen ohne Fachzahnarzt-Titel für Kieferorthopädie etwa 11.300 Kinder und Jugendliche. Mit der geplanten Regelung würden diese Kapazitäten ersatzlos entfallen. 

Drohende "Null-Versorgung"

Die Verbände warnen vor neuen Versorgungslücken, insbesondere im ländlichen Raum. Bereits heute gebe es im Landkreis Sonneberg keinen Kieferorthopäden. Auch das Eichsfeld drohe bei Umsetzung der Pläne in eine "Null-Versorgung" zu fallen, hieß es. Weitere sieben Kreise könnten in die Unterversorgung rutschen.

Die Bundesregierung plant mit dem sogenannten Beitragssatzstabilisierungsgesetz ein umfangreiches Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung. Ziel ist es, ein erwartetes Defizit von 15,3 Milliarden Euro im Jahr 2027 zu decken und weitere Beitragserhöhungen zu verhindern. Das Gesetz ist politisch umstritten und stößt auf heftigen Protest aus der Ärzteschaft.

Zahnärzte sehen sich nicht als Kostentreiber

Nach Angaben der Zahnärzte zählt die Zahnmedizin nicht zu den Kostentreibern. Ihr Anteil an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung sei seit der Jahrtausendwende von knapp 9 auf 5,7 Prozent gesunken. Die Thüringer Zahnärzte fordern daher, die geplanten Einschnitte sowie den Fachzahnarzt-Vorbehalt aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

dpa