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Transplantation: Ärzte feiern OP-Erfolg: Achtjähriger lebt mit zwei neuen Händen

Zion Harvey war zwei Jahre alt, als er seine Hände und Füße verlor. Mit acht Jahren kann der Junge jetzt schreiben, sich anziehen und greifen - mit transplantierten Händen. Seine OP gilt als voller Erfolg, und deshalb als Premiere. 

18 Monate nach seiner OP kann Zion Harvey mit seinen neuen Händen mehr Handlungen ausführen als zuvor mit seinen Stümpfen

18 Monate nach seiner OP kann Zion Harvey mit seinen neuen Händen mehr Handlungen ausführen als zuvor mit seinen Stümpfen

Zion Harvey, ein acht Jahre alter Junge aus den USA, schreibt, isst und zieht sich mit zwei transplantierten Händen an. 18 Monate nach der Operation habe das Kind gelernt, mit seinen neuen Händen mehr Handlungen auszuführen als zuvor mit seinen Stümpfen, schreiben die Ärzte in der Fachzeitschrift "The Lancet Child & Adolescent Health". Den Angaben zufolge ist es die erste erfolgreiche Handtransplantation bei nicht-verwandten Kindern.

Nach der OP hätten sich der Junge und sein Gehirn erst daran gewöhnen müssen, die Hände zu nutzen, schreiben die Ärzte. Vor allem innerhalb des ersten Jahres wehrte sich sein Körper mehrfach.

Nach einer Blutvergiftung verlor der Junge seine Hände

Das Kind hatte mit zwei Jahren eine von Bakterien ausgelöste Blutvergiftung erlitten, die unter anderem zu Nierenversagen und dem Verlust der Hände, von Teilen der Unterarme und der Füße führte. Als ihr Sohn vier Jahre alt war, spendete die Mutter ihm eine Niere. Später wurden dem Jungen über eine Spenderliste Hände zugewiesen. Über den Spender ist nichts bekannt.

Eineinhalb Jahre lang bereiteten Ärzte, Kinderpsychologen und Sozialarbeiter den kleinen Zion Harvey auf die schwierige Operation und die langwierigen Folgen vor. Aus medizinischer Sicht war vor allem die Verbindung der kleinen Nerven und Blutgefäße eine Herausforderung. Die OP dauerte dann auch fast elf Stunden.

Zion Harveys Fall ist eine Premiere

Die Wochen und Monate nach der Transplantation trainierte der Achtjährige seine neuen Hände. Nach und nach nahm er immer mehr Reize über die Hände war und konnte sie immer besser bewegen und einsetzen. Inzwischen geht es für Zion darum, sich wieder in sein soziales Umfeld einzugliedern und zur Schule zu gehen.

Der positive Verlauf der Hand-Transplantation bei einem Kind sei eine Premiere, schreiben die Autoren. Schon häufiger sei es gelungen, ganze Gliedmaßen zwischen eineiigen Zwillings-Kindern zu übertragen. Noch nie seien jedoch Extremitäten zwischen unverwandten Kindern erfolgreich übertragen worden. Ein solcher Versuch sei zuletzt mit dem Tod eines Jugendlichen gescheitert. 

Der Fall des achtjährigen Jungen lässt sich in eine ganze Reihe von spektakulären Transplantationen stellen, zu denen Ärzte mittlerweile in der Lage sind. Schon im Jahr 2000 hatten sie einem erwachsenen Mann neue Hände verpflanzt. Drei Jahre später transplantierten Ärzte in Wien erstmals eine Zunge. Einer Französin wurden bereits Mund und Nase eines toten Spenders übertragen und im Jahr 2014 erhielt ein 21-jähriger Südafrikaner einen neuen Penis. Wenige Monate später zeugte er ein Kind.

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pg / DPA
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