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Cyanobakterien Blaualgen: Drei Hunde nach Badeausflug gestorben

Blaualgen in Badeseen – Drei Hunde nach Badeausflügen verendet
Eine hohe Konzentration von Blaualgen erkennt man an der grünen Trübung des Wasser sowie am modrigen Geruch der abgestorbenen Algenmassen
© Nicolas Armer / Picture Alliance
Blau-grüne Algenteppiche schwimmen in den Sommermonaten häufig auf Badeseen und anderen Gewässern und sorgen für Sperrungen der Strände. Wie gefährlich Blaualgen sein können, mussten nun mehrere Hundebesitzer bitter erfahren.

Blaualgen riechen muffig, ziehen trübgrüne Schlieren durch das Wasser – und können gesundheitsschädlich sein. Nach einem Badeausflug im Bodden in der Nähe vom Greifswald sind drei Hunde verendet, die größere Mengen des mit Blaualgen belasteten Wassers getrunken hatten. Das berichtete der "Norddeutsche Rundfunk" (NDR) mit Berufung auf das zuständige Veterinäramt. An mehreren Stränden am Bodden gelten bereits Badeverbote wegen der Gefahr durch eine Blaualgenvergiftung – so auch im Ort Wampen, in dem die drei Hunde aus dem Küstengewässer tranken. Zwei von ihnen starben bereits am Wochenende, den dritten Fall meldete das Veterinäramt am Dienstag.

Mitarbeiter des Gesundheitsamtes sollen am Greifswalder Bodden und am Stettiner Haff mittlerweile Wasserproben entnommen haben, heißt es beim NDR. Weitere Badeverbote könnten folgen. 

Perfekte Wachstumsbedingungen für die Blaualge

Blaualgen (Cyanobakterien) sind Organismen, die den Bakterien zugerechnet werden. Ihren Namen verdanken sie einem Farbstoff, der die kontaminierten Gewässer blau-grün verfärbt. Häufig betroffen sind nährstoffreiche Seen und Gewässer, die langsam fließen, stehen oder rückgestaut wurden. Im vergangenen Jahr tauchten auch riesige Blaualgen-Teppiche in der Ostsee auf, die auf Deutschland zutrieben.

Mehr zum Blaualgen-Alarm in der Ostsee lesen Sie hier.

Wie die baden-würtembergische Landesanstalt für Umwelt berichtet, schaffen die derzeit sommerlichen Temperaturen optimale Wachstumsbedingungen für die Blaualge und es kann an vielen Orten zu einer explosionsartigen Vermehrung kommen. Badende können eine starke Konzentration der Algen in der Regel an der Trübung des Wasser, aber auch am modrigen Geruch der abgestorbenen Algenmassen erkennen. Sie werden häufig in Ufernähe angeschwemmt oder treiben als Teppiche auf dem Wasser. Erst wenn sich die Blaualge massenhaft in einem Gewässer ausbildet, bestehe nach Angaben der Behörden ein Gesundheitsrisiko für Menschen und warmblütige Tiere. Beim Menschen führt eine Blaualgenvergiftung in der Regel  zu Durchfall, allergischen Reaktionen oder Fieber, bei Tieren können die Auswirkungen tödlich sein – wie die verendeten Hunde in Greifswald zeigen.

Quellen:NDRLandesanstalt für Umwelt (Baden-Würtemberg)

sve

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