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Neue Corona-Mutante Schützt die Corona-Impfung vor einer Infektion mit Omikron? Daran zweifelt der Moderna-Chef

Moderna-Chef Stephane Bancel bezweifelt Impfschutz gegen Omikron
Moderna-Chef Stephane Bancel geht von einer "erheblichen Abnahme" der Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Omikron-Mutante aus.
© Ryan Remiorz / Picture Alliance
Am Donnerstag meldeten die südafrikanischen Behörden erste Fälle einer neuen Coronavirus-Mutation. Die Frage, die sich viele nun stellen, lautet: Wie gut schützt die Impfung vor der neuen Variante? Moderna Chef Stephane Bancel bezweifelt das.

Noch sind wenige Fälle bestätigt, doch der Trend verläuft aufwärts: Immer mehr Menschen infizieren sich mit der neuen Corona-Variante Omikron. Die seit Freitag bekannte Virusmutation wurde von der WHO wegen außergewöhnlich vielen Veränderungen im Erbgut als "besorgniserregend" eingestuft. In den Laboren der Pharmunternehmen wird derzeit geprüft, inwiefern die bisher zugelassenen Impfstoffe vor einer Infektion mit Omikron schützen. Erste Ergebnisse sollen in zwei Wochen erscheinen.

Virologen und Impfstoffhersteller hatten sich bislang zuversichtlich gezeigt, dass die existierenden Impfstoffe auch gegen die neue Variante gut wirken. Doch nun werden erste Zweifel laut. Der Chef des US-Impfstoffherstellers Moderna, Stephane Bancel, befürchtet, die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Omikron-Mutante könnte stark eingeschränkt sein. Wegen der vielen Mutationen der Variante gingen Wissenschaftler von einer "erheblichen Abnahme" der Schutzwirkung aus, sagte Bancel der "Financial Times" vom Dienstag. Sein Unternehmen habe bereits mit der Arbeit an einem überarbeiteten Impfstoff begonnen, aber dies werde einige Monate dauern.

Impfstoffe werden geprüft und nötigenfalls angepasst

Der Moderna-Chef verwies auf Angaben von Wissenschaftlern, denen zufolge 32 der 50 bei Omikron festgestellten Mutationen das Spike-Protein betreffen. Dieses Protein auf der Oberfläche des Virus wird von den Impfstoffen genutzt, um eine Immunreaktion gegen das Coronavirus hervorzurufen. "Ich glaube, die Wirksamkeit hat auf keinen Fall das gleiche Niveau wie gegen die Delta-Variante", sagte Bancel.

Moderna, Biontech und Pfizer sowie der Entwickler des in der EU bislang nicht zugelassenen russischen Impfstoffs Sputnik V haben bereits angekündigt, ihre Impfstoffe zu prüfen und gegebenenfalls ein an die Omikron-Variante angepasstes Vakzin zu entwickeln.

Experten rechnen mit explodierenden Fallzahlen

Realistischerweise könne Moderna im Laufe des kommenden Jahres zwei bis drei Milliarden Dosen eines solchen Mittels herstellen, sagte Bancel nun der "FT". Er warnte zudem davor, die gesamte Produktion auf die Omikron-Variante auszurichten, während auch noch andere Corona-Varianten zirkulieren.

Die neue Coronavirus-Variante, welcher die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den griechischen Buchstaben Omikron zugewiesen hat, war am vergangenen Donnerstag aus Südafrika gemeldet worden. Die WHO stuft den Erreger als "besorgniserregend" ein und warnt vor einem "sehr hohen" weltweiten Risiko. In Südafrika rechnen Experten bereits mit explodierenden Fallzahlen und in vielen Ländern wurden bereits Omikron-Fälle festgestellt. Der israelische Corona-Experte Ran Balicer hält Einschätzungen zur Gefährlichkeit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus für verfrüht. Er habe bereits vor einigen Tagen geschrieben, "dass die kommenden zwei Wochen voll mit Meinungen, persönlichen Eindrücken, unvollständigen und zweideutigen Daten" sein werden, sagte Balicer, Vorsitzender des Expertenbeirats der israelischen Regierung, am Dienstag in einem Gespräch mit Journalisten.

cl AFP

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