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Erster deutscher Corona-Toter Er starb an Covid-19: Hamburgs Feuerwehr trauert um einen Kameraden

Wache am Berliner Tor in Hamburg: Hier soll der nach einer Coronavirus-Infektion gestorbene Feuerwehrmann gearbeitet hab
Ein Feuerwehrmann in der Wache am Berliner Tor in Hamburg. Der nach einer Infektion mit dem Coronavirus in Ägypten gestorbene Mann soll ebenfalls hier gearbeitet haben
© Angelika Warmuth / Picture Alliance
Die Hamburger Feuerwehr trauert um einen Kameraden: Der 60-Jährige, der in Ägypten nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben ist, arbeitete bei der Berufsfeuerwehr der Hansestadt.

Erstmals seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 ist ein Deutscher an den Folgen der Infektion gestorben. Der Tod des 60-Jährigen löst in der Hamburger Feuerwehr tiefe Bestürzung aus. Denn der Erkrankte war einer ihrer Kameraden, wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde der Hansestadt dem stern bestätigte.

Der Beamte der Berufsfeuerwehr ist den Angaben zufolge am 22. Februar in den Urlaub nach Ägypten gereist. Nach übereinstimmenden Medienberichten wurde er am Freitag mit Fieber in einem Krankenhaus im Badeort Hurghada aufgenommen und ist dort am Sonntag verstorben. Ein Test auf Corona sei zuvor positiv ausgefallen.

Wo geschah die Infektion mit dem Coronavirus?

Der Mann lebte östlich von Hamburg im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Die Ehefrau sei über den Tod ihres Mannes informiert worden und befinde sich in häuslicher Quarantäne und in Betreuung, sagte der Sprecher weiter. Ob das Paar Kinder hat, ist nicht bekannt.

Aufgrund des Zusammenhangs mit Corona musste auch die Polizeistation in Lauenburg vorübergehend geschlossen werden, weil zwei Beamte Kontakt mit der Witwe hatten. Die Polizisten begaben sich laut zuständiger Polizeidirektion Ratzeburg ebenfalls in häusliche Quarantäne, die Polizeiwache wurde desinfiziert.

Wo und wann sich der Feuerwehrmann mit dem Coronavirus infiziert hat, ist vollkommen unklar. Die Gesundheitsbehörden in Hamburg und Schleswig-Holstein stehen dazu in Kontakt mit den zuständigen Stellen in Ägypten und versuchen die Kontaktpersonen des Verstorbenen hierzulande und dessen Reiseroute in Ägypten zu ermitteln. Man arbeite auch mit dem Robert-Koch-Institut zusammen.

Hamburger Feuerwehrleute trauern um Kollegen

Der 60-Jährige hatte nach Angaben der Gesundheitsbehörde rund 35 Jahre bei der Hamburger Feuerwehr gearbeitet – nach Informationen mehrerer Medien in der Hansestadt zuletzt in der Personalabteilung in der Hauptfeuerwache Berliner Tor im Stadtzentrum. Die früheren Kollegen des Feuerwehrmannes wurden über den Tod des Kameraden informiert. In der Belegschaft herrsche eine "große Betroffenheit", berichtete der Norddeutsche Rundfunk. Der Verstorbene sei ein "freundlicher, aufgeschlossener und engagierter Kollege", der sein Leben in den Dienst der Feuerwehr gestellt habe, zitierte das "Hamburger Abendblatt" einen Kollegen. Ob nun auch Feuerwehrleute in häusliche Quarantäne müssen oder andere Maßnahmen nötig sind, ist noch nicht geklärt.

In Deutschland wurden dem Robert-Koch-Institut zufolge bis zum Montagmorgen 1112 Infektionen mit dem Cornavirus gemeldet, Todesfälle im Inland gab es bisher nicht. Der 60-Jährige ist der erste bestätigte Tote infolge einer Coronavirus-Infektion auf dem afrikanischen Kontinent. In Ägypten registrierten die Behörden laut Weltgesundheitsorganisation bis zum Sonntag insgesamt 48 Fälle. Das Land gilt nicht als Risikogebiet, es gibt keine besonderen Reisehinweise für Ägypten durch das Auswärtige Amt.

Quellen: "Hamburger Abendblatt", "Hamburger Morgenpost""Lübecker Nachrichten", Norddeutscher RundfunkPolizeidirektion Ratzeburg, Robert-Koch-Institut, WeltgesundheitsorganisationAuswärtiges Amt, Nachrichtenagenturen DPA und AFP


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