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Coronavirus-Pandemie Soldaten in Spanien sollen Altenheime desinfizieren – und finden Leichen in den Betten

Coronavirus in Madrid: Mehrere Patienten liegen auf dem Boden im spanischen Krankenhaus




Dieses Video verbreitet sich in den sozialen Netzwerken: Es soll die dramatischen Zustände im Infanta Leonor de Vallecas Krankenhaus in Madrid zeigen.


Die spanische Zeitung "El Mundo" verifiziert die Echtheit der Aufnahme und zitiert das Gesundheitsministerium:


"Es handelt sich um einen bestimmten Moment, der in der Nacht am 20. März aufgrund eines großen Zustroms von Patienten in
der Notaufnahme des Krankenhauses auftrat."


Laut der Zeitung habe sich die Lage vor Ort aber wieder entschärft.


Die Regierung in Madrid hoffe auf eine Entlastung der Krankenhäuser mit der Eröffnung von neuen medizinischen Zentren, in denen Infizierten mit milden Symptomen behandelt werden können.


Die sogenannten "Arche Noah" basieren auf dem chinesischen Eindämmungsmodell.


Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Mehr als 35.000 Menschen wurden mit dem Coronavirus infiziert, über 2300 sind bereits gestorben.
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Spanien gehört zu den Ländern in Europa, die besonders schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind. Berichte über allein gelassene Altenheimbewohner schockieren das Land. Es wurden sogar Tote entdeckt.

Spanien gilt nach Italien als das Land, das am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffen ist – inzwischen wird dort auch die Armee eingesetzt, um die Weiterverbreitung des Virus zu bekämpfen. Die  Streitkräfte sollen beispielsweise Altenheime desinfizieren.

Die Bilder, die sich den Soldaten bei solchen Einsätzen in den vergangenen Tagen geboten haben, müssen schlimm gewesen sein. Verteidigungsministerin Margarita Robles berichtete am Montag im Fernsehsender Telecinco, dass Armeeangehörige in Altenheimen Bewohner gefunden hätten, die völlig sich selbst überlassen waren. "In manchen Fällen lagen sie tot in ihren Betten", sagte die Politikerin. Ihr Ministerium gab laut BBC auch bekannt, dass manche Altenheime vom Pflegepersonal verlassen worden seien, nachdem dort Coronavirus-Infektionen festgestellt worden waren.

Spaniens Generalstaatsanwaltschaft hat inzwischen eine Untersuchung eingeleitet, um die Zustände in den Altenheimen zu Zeiten der Corona-Krise zu beleuchten, schreiben die BBC und die Nachrichtenagentur AFP.

Ministerin Robles sagte laut BBC, ihr Land werde sehr streng sein, wenn es darum gehe, wie ältere Menschen in Seniorenheimen behandelt würden. In Altersheimen in Spanien starben zuletzt Dutzende Menschen an der von dem neuartigen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Hilflose alte Menschen während der Coronavirus-Pandemie

Berichte über hilflose alte Menschen dürften das Land in der aktuellen Krise schwer erschüttern. Gesundheitsminister Salvador Illa wurde mit den Worten zitiert, die Regierung in Madrid sehe im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus eine "absolute Priorität" bei den Seniorenheimen. Die Situation in diesen Einrichtungen solle intensiv überwacht werden.

Laut BBC werden Leichname von Altenheimbewohnern in Spanien unter normalen Umständen – also beispielsweise zu Zeiten vor der Pandemie – in Kühlhallen aufbewahrt, bis sie von Bestattungsunternehmen abgeholt werden. Werde aber als Todesursache Covid-19 vermutet, blieben die Toten in ihren Betten liegen, bis die professionell ausgestatteten Beerdigungsunternehmen sie abholen. In der Hauptstadt Madrid, die besonders schwer von der Coronavirus-Krise betroffen ist, könne das bis zu 24 Stunden dauern, berichtet die BBC.

Spanien meldet inzwischen mehr als 33.000 Coronavirus-Ansteckungen, bis Montag starben 2182 an der Infektion. Zuletzt wurden innerhalb von 24 Stunden weitere 462 an Covid-19 verstorbene Menschen gezählt.

Inzwischen gibt es auch Kapazitätsprobleme bei der Lagerung der Toten. Laut BBC wurde daher eine Eislaufbahn in Madrid in eine temporäre Leichenhalle umfunktioniert.

Quellen:BBC, Nachrichtenagentur AFP

anb

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