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Coronavirus: Entwarnung: Coronavirus-Verdacht auf Aida-Schiff in Norwegen nicht bestätigt

In Norwegen verzögerte sich die Reise des Kreuzfahrtschiffes "Aida Aura", weil bei zwei Deutschen ein Coronavirus-Verdacht bestand. Die Reederei teilte inzwischen mit, dass bei keinem der Gäste der Coronavirus nachgewiesen wurde. 

Die "Aida Aura" in Haugesund

Die "Aida Aura" in Haugesund

AFP

Unter den skandinavischen Ländern hat Norwegen am härtesten mit dem neuartigen Coronavirus zu kämpfen. 32 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 wurden dort bislang registriert. Einige der Patienten sind Angestellte eines Krankenhauses, wie der norwegische Rundfunk NRK berichtet. Verdachtsfälle auf einem Kreuzfahrtschiff haben sich vor der Stadt Haugesund haben sich dafür nicht bestätigt.

Zwei deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Aida Aura" standen unter Verdacht, mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert zu sein. Das Schiff mit rund 1200 Passagieren lag am Dienstagmorgen im Hafen der norwegischen Küstenstadt Haugesund. Wie die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises in Rostock mitteilte, handele es sich bei den Passagieren um ein Paar. Einer der beiden habe in der vergangenen Woche in einer Einrichtung gearbeitet, in der inzwischen zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Norwegische Medien berichten zudem, dass die beiden Passagiere Kontakt zu einer Person in Deutschland gehabt haben sollen, die später positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Nun gab es aber Entwarnung. Die Aida Cruises teilte dem stern mit: "Gegen 15:00 Uhr Ortszeit haben die zuständigen Gesundheitsbehörden über die Testergebnisse informiert und bestätigt, dass bei keinem der beiden Gäste der Cornavirus nachgewiesen werden konnte. AIDAaura wird die Reise fortsetzen."

Beide Passagiere ohne Symptome

Die Reederei teilte außerden mit, dass sich das Auslaufen des Schiffes seit gestern Abend verzögere. Eigentlich hätte die "Aida Aura" da schon Richtung Bodø aufbrechen sollen. Lokale Behörden hätten den Gesundheitszustand der beiden Passagiere vorsorglich überprüft. "Die Gäste wurden routinemäßig durch die zuständigen Gesundheitsbehörden in Deutschland zur Überprüfung eines medizinischen Sachverhaltes kontaktiert", heißt es von Aida. Alle Gäste an Bord seien über die Lage informiert worden.

Die Reederei hat den Hafen in Haugesund zuvor gebeten, noch einen Tag länger bleiben zu können, bis das Untersuchungsergebnis vorliege. Teis Qvale, der zuständige Arzt in Haugesund, sagte vor dem Bekanntwerden der Testergebnisse, dass beide Passagiere keine Symptome gezeigt hätten. Auch Aida Cruises bestätigte, dass beide beschwerdefrei seien. Qvale sagte NRK: "Dies sind keine Menschen, die einen Krankenhausaufenthalt oder eine andere Behandlung benötigen."

Betroffenes Paar war an Land

Die übrigen Passagiere mussten an Bord bleiben, das betroffene Paar sei von den übrigen Gästen an Bord isoliert worden, so der Aida-Sprecher. Landausflüge hätten nicht stattgefunden. Laut einer Mitteilung der Haugesund Kommune hatte das Paar an keinem organisierten Ausflug teilgenommen. Sie hätten aber einen Shuttlebus genutzt, der sie in das Zentrum von Haugesund brachte. Über den Landgang berichtet auch der Sender NRK. Das Infektionsrisiko wurde aber als gering eingeschätzt. 

Die "Aida Aura" war am 29. Februar von Hamburg aus zu einer Reise entlang der norwegischen Küste aufgebrochen. Am Montag erreichte das Schiff seine erste Station, Haugesund an der Südwestküste Norwegens. Laut der norwegischen Zeitung "Dagbladet" soll das Kreuzfahrtschiff dem Reiseplan zufolge am 14. März nach Hamburg zurückkehren. Die Kreuzfahrt finde unter dem Namen "Winter im hohen Norden" statt.

Coronavirus: Aida trifft Vorsorgemaßnahmen 

Wie Aida Cruises auf ihrer Internetseite informiert, habe man auf allen Kreuzfahrtschiffen erhöhte Vorsorgemaßnahmen eingeführt. "Unsere medizinischen Experten arbeiten eng mit den US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie dem Robert-Koch-Institut zusammen, um die empfohlenen Vorsorge-, Präventions- und Kontrollmaßnahmen für unsere Schiffe umzusetzen."

So dürften etwa Passagiere und Besatzungsmitglieder, die 14 Tage vor Reisebeginn nach China, Hongkong, Macau, Taiwan, Südkorea oder Norditalien gereist seien, nicht eine Kreuzfahrt nicht antreten. Dies gelte auch für Personen, die Kontakt zu Menschen hatten, bei denen das Virus Sars-CoV-2 vermutet oder bestätigt worden sei.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat der Seehafen Kiel die für Mittwoch geplante Eröffnung eines neuen Kreuzfahrtterminals abgesagt. Dies bestätigte ein Sprecher am Dienstag. Zuvor hatten mehrere regionale Medien darüber berichtet. Die Ankunft des ersten Kreuzfahrtschiffes in der neuen Saison sei nach wie vor für den 26. April geplant, sagte der Hafensprecher.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde mit den neuen Informationen zu den Testergebnissen aktualisiert.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, NRK, "Dagbladet", Haugesund Kommune, "e24", Aida Cruises, cruisemapper.com

rw / tkr

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