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Dioxin-Skandal: Futtermittelhersteller sollen Schaden für Bauern begleichen

Futtermittelhersteller haben den Dioxin-Skandal ausgelöst, den Schaden haben die Bauern, deren Höfe für den Handel gesperrt wurden. Der Deutsche Bauernverband fordert nach den Dioxin-Funden in Eiern daher Entschädigungen von dern Verursachern.

Der Deutsche Bauernverband fordert nach Dioxin-Funden in Eiern von den Futtermittelherstellern Entschädigungen. "Wer den Schaden verursacht, muss ihn auch bezahlen", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Helmut Born, der Zeitung "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). Sein Verband werde gegenüber den Futtermittelherstellern sicher vorstellig, sagte er. Wie hoch der Schaden für die betroffenen Bauern ausfallen werde, könne derzeit noch nicht genau abgeschätzt werden. "Wir müssen aber mit einer Größenordnung in Millionenhöhe rechnen", sagte Born. Zuletzt waren mehr als 1000 Höfe für den Handel gesperrt, die meisten davon in Niedersachsen.

Born forderte zudem eine Änderung des Lebensmittels- und Futtergesetzes. Betriebe, die technische Fette herstellen, müssten strikt von Lieferungen in den Futter- und Nahrungsmittelbereich abgekoppelt werden.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Dioxin-Skandal deutlich größer ist als zunächst angenommen. Nach einem Reuters vorliegenden Bericht der Bundesregierung wurden mindestens 3000 Tonnen Futterfett unter Verwendung technischer Mischfette hergestellt, die zumindest in Teilen das Gift Dioxin enthielten. Am Dienstag hatte das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium angegeben, es seien rund 500 Tonnen verdächtiges Futterfett in Umlauf gebracht worden. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner äußerte die Vermutung, dass bewusst Industriefette für die Herstellung von Tierfutter verwendet wurden.

Reuters / Reuters
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