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Coronavirus Trump glaubt an Wunder-Impfstoff vor dem 3. November - nun widerspricht ihm sein wichtigster Berater

Sehen Sie im Video: US-Präsident Donald Trump behauptet, er habe eine "sehr gute Beziehung" zu Dr. Anthony Fauci.


"Ich habe eine sehr gute Beziehung zu Dr. Fauci.“ 


Donald Trump weist Meldungen zurück, dass das Weiße Haus gegen den US-Immunologen Anthony Fauci vorgehe.  


Medien wie die "Washington Post" und "CNN" hatten zuvor berichtet, dass sie eine Liste des Weißen Hauses mit Aussagen Faucis erhalten hätten, die zeigen soll, dass sich  dieser in der Pandemie mehrfach getäuscht habe. 


Trump selbst hatte dem Experten bereits vorgeworfen, "viele Fehler" gemacht zu haben.  


“Ich finde, er ist eine sehr nette Person. Ich stimme ihm aber nicht immer zu." 


Die "New York Times" wertet die Fauci-Liste des Weißen Hauses als Versuch, die Glaubwürdigkeit des Experten zu untergraben. Fauci hatte in Interviews offen seine Sorge angesichts der Entwicklung der Pandemie in den USA geäußert. Das steht im Kontrast zu Trump, der sich trotz der dramatisch steigenden Infektionszahlen optimistisch zeigt. 


"Wir haben zusammen viele gute Entscheidungen getroffen. Wir verstehen uns sehr gut. Ich mag ihn persönlich."
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US-Präsident Donald Trump erklärte vor Kurzem, er rechne fest mit einem sicheren Corona-Impfstoff vor dem 3. November. Der Gesundheitsexperte Anthony Fauci widerspricht dem und erklärt, dass man in den USA bis Ende 2021 noch Masken sehen könnte.

US-Präsident Donald Trump ist nicht gerade für Understatement bekannt, und so übte er in dieser Woche auch in der Kommunikation zu einem möglichen Corona-Impfstoff keinerlei Zurückhaltung: Dieser werde "sehr sicher und sehr effektiv" sein, erklärte er, und bald zur Verfügung stehen. "Vielleicht sogar vor einem sehr speziellen Datum", sagte er verklausuliert – dabei ist jedem klar, dass er damit die Präsidentschaftswahl am 3. November meint.

Ein sicherer Impfstoff, der schnell und zuverlässig gegen das Coronavirus und die daraus resultierende Krankheit Covid-19 schützt – das könnte zum Gamechanger für Trump werden, der aufgrund seines schlechten Krisenmanagements zuletzt in den Umfragen zurückfiel. Doch allzu große Hoffnungen sollte er sich nicht machen, erklärt nun ausgerechnet der renommierte US-Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci. Der erwartet für die USA eine Rückkehr zu normalen Lebensumständen erst Ende 2021 – selbst wenn es bereits in wenigen Monaten eine Coronavirus-Impfung geben sollte. Das erklärte der Experte gegenüber "CNN".

Masken werden noch lange nötig sein

Es werde Monate dauern, bis genug Menschen geimpft sind, um eine Art Herdenimmunität zu erreichen, glaubt Fauci. Zugleich rechnet er bei Corona-Impfstoffen lediglich mit einer Effizienz von 70 bis 75 Prozent. "Ich wäre überrascht, wenn wir eine Impfung wie gegen Masern bekämen, die in 97 bis 98 Prozent der Fälle wirkt", sagte Fauci "CNN".

Bei einer Impf-Effizienz von 70 bis 75 Prozent bleiben weitere Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten, das Meiden von größeren Ansammlungen und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes weiterhin notwendig, so der Immunologe.

Der Herbst könnte "wirklich schlimm" werden

Auch wenn die Zeiten der täglichen Rekordinfektionen vorbei scheinen, ist nach wie vor die Lage in den USA alles andere als unter Kontrolle. Derzeit stagnieren die Neuinfektionen auf einem Plateau von 30.000 bis 40.000 registrierten Fällen und etwa 1000 Todesfällen pro Tag. "Wenn wir das nicht herunterbekommen", sagte Fauci im August, "dann werden wir im Herbst eine wirklich schlimme Situation haben".

Die Zahl der täglichen Fälle sei insgesamt nicht so stark gesunken, wie es sich der Experte erhofft hat. "Ich schaue immer wieder auf diese Kurve, und ich werde immer deprimierter und deprimierter über die Tatsache, dass wir nie wirklich am Boden ankommen."

Nun, wo die Temperaturen in einigen Regionen des Landes sinken, fürchtet Fauci wieder steigende Infektionszahlen. Denn immer mehr Menschen verbringen wieder mehr Zeit in geschlossenen Räumen. "Das ist nicht gut für ein durch die Atemwege übertragenes Virus", sagte er. "Man will nicht schon bei einem so hohen Ausgangswert anfangen."

Faucis Äußerungen zeigen, dass die tatsächliche Situation innerhalb der Vereinigten Staaten und das Bild, was Trump in der Öffentlichkeit zeichnet, nicht weiter auseinanderklaffen könnten. Erst am Donnerstag hatte Trump erklärt, dass die USA bei der Bekämpfung des Virus "wirklich gut" abgeschnitten habe. In Wahrheit fürchten Experten jedoch, dass der Winter zur zweiten Probe für das US-amerikanische Gesundheitssystem werden könnte.

Quelle: CNN

cf

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