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US-Gesundheitsbehörde CDC: Experten untersuchen, ob eine mysteriöse Lungenkrankheit durch E-Zigaretten ausgelöst wird

In den USA sind Dutzende junge E-Zigaretten-Nutzer an einer Lungenkrankheit erkrankt. Die Gesundheitsexperten stehen vor einem Rätsel.

E-Zigarette: Eine junge Frau zieht an einer E-Zigarette

Gesundheitsgefahr durch E-Zigaretten? (Symbolbild)

Getty Images

In den USA sind fast 100 Menschen an einer Lungenkrankheit erkrankt, die in Zusammenhang mit E-Zigaretten zu stehen scheint. Das berichten die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in einer Mitteilung. Die Fälle sind demnach unter anderem in den US-Bundesstaaten Wisconsin, Illionois, Indiana und Minnesota aufgetreten. Bei den Erkrankten handelt es sich überwiegend um Jugendliche oder junge Erwachsene. Auch andere Bundesstaaten hätten weitere mögliche Fälle gemeldet, heißt es in der Mitteilung. Diese seien jedoch noch nicht bestätigt.

Dass die Krankheit durch Viren oder Bakterien ausgelöst wird, gilt derzeit als unwahrscheinlich. Es gebe hierfür "keine schlüssigen Beweise", berichten die CDC. Weitere Informationen seien nötig, um festzustellen, was die Krankheiten verursacht haben könnte. Einige Fälle in den einzelnen Bundesstaaten seien jedoch sehr ähnlich und scheinen "mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in Zusammenhang zu stehen". Die Experten untersuchen derzeit 94 Fälle in 14 verschiedenen Staaten. 

Kurzatmigkeit und Husten

Laut "Washington Post" befinden sich einige Erkrankte in medizinischer Behandlung und müssen beatmet werden. Die Betroffenen seien kurzatmig und berichteten über Probleme beim Atmen oder Brustschmerzen. Außerdem hätten sie über Fieber, Husten, Erbrechen und Durchfall geklagt. Die Betroffenen hätten demnach angegeben, eine Vielzahl von Substanzen verdampft zu haben - darunter Nikotin, Produkte auf Marihuana-Basis und selbstgefertigte Mischungen.

Die Krankheit sei extrem schwer zu diagnostizieren, "da die Symptome denen einer Infektion ähneln, allerdings zu schweren Komplikationen und einem längeren Krankenhausaufenthalt führen können", erklärt Emily Chapman vom Kinderkrankenhaus "Children's Minnesota" in Minneapolis gegenüber der Zeitung. In der Klinik wurden vier Betroffene im Alter zwischen 16 und 18 Jahren behandelt.

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Der Zustand der Patienten habe sich durch eine Therapie unter anderem mit entzündungshemmenden Steroiden gebessert. Möglicherweise sei eine Art akute Lungenverletzung für die Symptome verantwortlich. Ob die Krankheit langfristige Folgen für die Patienten haben könnte, sei derzeit nicht abzusehen, erklärt Chapman.

Langzeitdaten zu E-Zigaretten fehlen

E-Zigaretten gelten gemeinhin als gesündere Alternative zu herkömmlichen Tabakzigaretten. Ein Problem der Geräte ist allerdings, dass Langzeituntersuchungen zu möglichen Gesundheitsrisiken fehlen. Kritisch ist auch, dass die Produkte bei Jugendlichen beliebt sind. An US-amerikanischen High-Schools gibt mehr als jeder fünfte Schüler an, E-Zigaretten zu benutzen. 

Das Deutsche Krebsforschungsinstitut (DKFZ) warnt seit längerem davor, mögliche Schäden durch E-Zigaretten zu unterschätzen. E-Zigaretten seien "keine harmlosen Life-Style-Produkte", heißt es in einem Fact-Sheet. Die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit seien "unbekannt". Nichtraucher sollten deshalb nicht zu E-Zigaretten greifen.

ikr

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