Ernährung Jeder zehnte Schulanfänger ist zu dick


Immer mehr Kinder sind dickleibig und leiden unter den Hänseleien ihrer Mitschüler. Schließlich müssen die Krankenkassen tief in die Tasche greifen, um den Schaden zu beheben.

Jeder zehnte Schulanfänger in Bayern ist zu dick. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie, die Bayerns Gesundheitsminister Eberhard Sinner (CSU) am Montag in München vorstellte. Der Anteil übergewichtiger Kinder nehme ständig zu, sagte der Minister. "Diese Besorgnis erregende Entwicklung muss gestoppt werden." So sei Übergewicht ein erheblicher Risikofaktor für Herzinfarkte, Schlaganfälle, aber auch Krebs. In Deutschland werde bereits jede dritte Krankheit durch falsche Ernährung verursacht, sagte Sinner.

Ungesunde Ernährung Hauptursache

Hauptgrund für diese Entwicklung ist nach Angaben des Ministers die schlechte Ernährung. "Zu fett, zu viel, zu süß", fasste er die grundsätzlichen Probleme zusammen. Aber auch der Bewegungsmangel spiele eine Rolle. So nehme der Fernseh- und Computerspielkonsum weiter zu. An Eltern und Lehrer appellierte der Minister, das Angebot der staatlichen Ernährungsberatung in Kindergärten und Schulen besser zu nutzen. Auffällig sei, dass Ausländer-Kinder fast doppelt so häufig übergewichtig seien wie deutsche Kinder. Ausländische Eltern müssten also besser informiert werden.

Unangenehme Folgen für Gesundheitssystem und Individuum

Die durch Übergewicht verursachten Kosten für das deutsche Gesundheitssystem sind den Angaben zufolge enorm. So würden momentan in der Bundesrepublik jährlich rund 55 Milliarden Euro durch ernährungsbedingte Krankheiten entstehen, sagte Sinner. Doch nicht nur Gesundheitsprobleme und Kosten seien die Folge von Übergewicht. So würden dicke Schülerinnen und Schüler immer wieder von ihren Altersgenossen gehänselt und sozial ausgegrenzt.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker