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Abnehmen mit Konjaknudeln Macht satt, kaum Kalorien - was taugt die Glasnudel?

Vor allem in der asiatischen Küche kommen Glasnudel zum Einsatz
Vor allem in der asiatischen Küche kommen Glasnudel zum Einsatz
© Colourbox.de
Pasta satt, praktisch kalorienfrei - das versprechen die Hersteller. Sind Teigwaren aus aufgequollenem Konjakmehl wirklich ein brauchbarer Ersatz?
Von Franziska Rozicki

Nudeln schlemmen ohne Reue - das klingt für Abnehmwillige und Low-Carb- Anhänger sehr verführerisch. Laut den Herstellern der sogenannten Konjaknudeln ist das durchaus möglich: Ihre Spaghetti und Fettuccine machen satt - haben aber kaum Kalorien.

Anders als herkömmliche Nudeln werden sie nicht aus Weizen oder Dinkel hergestellt, sondern aus dem Mehl einer Pflanzenknolle, der sogenannten Konjakwurzel. Konjakmehl ist in der Diätindustrie bereits gut bekannt. Es enthält den unverdaulichen Ballaststoff Glucomannan, der mit Flüssigkeit um ein Vielfaches aufquillt. Diesen Effekt machen sich die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln zur Gewichtsreduktion zunutze: Ihre Kapseln enthalten das Glucomannan aus der Konjakwurzel und sollen vor jeder Mahlzeit mit viel Wasser geschluckt werden. Im Magen bildet der Quellstoff dann eine voluminöse, unverdauliche Masse und verursacht ein Sättigungsgefühl, liefert dabei aber keine Kalorien.

In den Konjaknudeln ist das Glucomannan bereits aufgequollen - sie bestehen zu etwa 97 Prozent aus Wasser; die Knolle macht nur einen kleinen Anteil aus. In ihrer Wirkung unterscheidet sich eine Portion Nudeln jedoch kaum von einer Dosis Glucomannan: Beide machen satt und landen unverdaut im Dickdarm, wo einige Bakterienarten noch geringe Mengen Energie aus den Pflanzenfasern freisetzen können.

Dass Konjak als neues Wundermittel Dicken schnell zum Traumgewicht verhelfen kann, ist dennoch unwahrscheinlich. Für einen dauerhaften Abnehmerfolg sind eine langfristige Ernährungsumstellung und Bewegung nötig. Immerhin hält es die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit für erwiesen, dass die regelmäßige Einnahme von Glucomannan im Rahmen einer kalorienreduzierten Diät beim Abnehmen helfen kann. Auch weisen wissenschaftliche Studien darauf hin, dass der Quellstoff die Cholesterinwerte im Blut günstig beeinflusst. Eine zu hohe Verzehrmenge kann jedoch wie bei anderen Ballaststoffen auch zu Bauchschmerzen und Blähungen führen, gerade wenn man dazu nicht genügend trinkt.

Konjakmehl nicht pur schlucken!

Keinesfalls sollte man das Mehl pur schlucken - es kann im Rachenraum so stark aufquellen, dass Erstickungsgefahr droht.

In Japan und China, wo die Pflanze herkommt, ist Konjakmehl kein Diätprodukt: In der traditionellen asiatischen Küche dient es als Verdickungsmittel; außerdem wird es zu Süßwaren, einer Art Tofu oder Nudeln verarbeitet. Shirataki-Nudeln, wie sie in Japan heißen, sind dort eine übliche Suppeneinlage. Sie als Alternative zu italienischer Pasta zu verwenden, ist eine relativ neue Idee.

Ob die glibberigen Konjaknudeln den Ansprüchen an Spaghetti Bolognese oder Lasagne gerecht werden können, ist fraglich: Im Vergleich zu italienischen Nudeln sind sie ungewöhnlich bissfest und haben keinen Eigengeschmack. Es braucht eine Portion Fantasie, um sich Konjaknudeln als den Pasta-Ersatz vorzustellen, als den ihn manche Hersteller verkaufen.

Unbestreitbar bleibt, dass Konjak einen Beitrag zu einer kalorienarmen Ernährung leisten kann. Wer den Low- Carb-Nudeln eine Chance geben will, findet in Internetforen und auf Videoplattformen Anregungen für die Zubereitung - wenn auch eher für asiatische Nudelpfannen als für Spaghetti Carbonara. Zu kaufen gibt es Konjaknudeln in Asialäden, Reformhäusern und manchen Supermärkten.

Der Artikel stammt aus dem aktuellen "Gesund Leben. Das Magazin für Körper, Geist und Seele". Ab 13.05. ist das Heft am Kiosk erhältlich.


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