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Gesund durch die Adventszeit: Fünf Appetitzügler gegen die Weihnachts-Völlerei

Hinter jedem Türchen wartet eine neue Leckerei, und dann gibt's auch noch Festtagsschmaus: In der Weihnachtszeit locken überall Kalorienbomben. Mit diesen natürlichen Appetitzüglern bleiben Sie stark.

In der Weihnachtszeit lauern die leckeren Versuchungen überall

In der Weihnachtszeit lauern die leckeren Versuchungen überall

Es fängt unschuldig an, mit dem Schoko-Engelchen im Adventskalender: rund 60 Kalorien. Im Büro stibitzt man sich dann zwei, drei Kokusmakronen vom Plätzchenteller am Eingang: etwa 150 Kalorien. Die Kantine serviert Marzipan-Bratapfel zum Dessert: 300 Kalorien. Und abends lässt man den Tag bei ein, zwei Glühwein ausklingen: 600 Kalorien. Allein die Weihnachts-Leckereien können sich an einem Tag zu mehr als 1000 Kalorien summieren - also fast schon unseren Tagesbedarf decken. So landet schnell unschöner Winterspeck auf den Hüften - und zwar bereits Wochen bevor die Festtagsgans auf dem Tisch steht. Sport kann die Völlerei kaum ausgleichen, aber Hungern macht auch keinen Spaß - und muss auch nicht sein: Wir geben Ihnen fünf Tipps, wie Sie den winterlichen Heißhunger-Attacken widerstehen.

1. Naschen Sie Nüsse

Keine Sorge, Sie dürfen naschen - es kommt nur darauf an, was: Gewöhnlicher Süßkram wie Baumkuchen oder Lebkuchen treibt den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Der Körper reagiert, indem er den Botenstoff Insulin ausschüttet, der unsere Zellen dazu bewegt, die Zucker-Teilchen aufzunehmen und in Energie umzuwandeln - oder eben in Speckpolster. Da dieser Mechanismus sehr schnell abläuft, fällt der Blutzuckerspiegel rapide wieder ab ab - und schon hat man wieder Appetit.

Die Devise lautet also: klüger knabbern. Nüsse und Mandeln sind zwar auch fetthaltig und damit kalorienreich. Da sie aber sehr wenig Zucker enthalten, haben sie kaum Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und wirken somit nicht appetitanregend. Hinzu kommt, dass sie neben Fett auch Eiweiß und Ballaststoffe enthalten - daher sättigen sie schnell und langanhaltend.

Zahlreiche Studien deuten daraufhin, dass Nüsse keineswegs dick machen, sondern sogar beim Abnehmen helfen können. Und sie sind gesund: "Nüsse senken den LDL-Cholesterolspiegel und so das Risiko von koronaren Herzkrankheiten", heißt es auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Leider geraten Nüsse als klassische Weihnachtsleckerei immer mehr ins Hintertreffen."

2. Sündigen Sie süß - aber scharf

Zugegeben, Schokolade schmeckt göttlich und hilft gegen fast alles - gegen Winterblues und Vorweihnachtsstress sowieso. Kein Wunder also, dass viele gerade in der Adventszeit nicht auf den süßen Glücklichmacher verzichten möchten. Ist auch nicht nötig: Scharfe Schokomandeln mit roten Pfeffer oder Chili-Kakao sind ebenso gut für die Stimmung wie Nougat und Co., aber deutlich figurfreundlicher: Das in scharfen Gewürzen enthaltene Capsaicin wirkt Studien zufolge nämlich appetithemmend.

3. Trinken Sie Kaffee

Je dunkler die Jahreszeit, umso früher werden wir müde, mitunter schon mittags. Müdigkeit kann den Appetit auf Süßes anstacheln, weil der Körper uns signalisiert, dass er Energie braucht - selbst, wenn wir bei der letzten Mahlzeit eigentlich genügend Nährstoffe zu uns genommen haben. Dem Heißhunger nachgeben und Zucker essen ist keine gute Idee: Dann landet man nämlich im schon erwähnten Blutzucker-Insulin-Teufelskreis und fühlt sich nach kurzer Zeit wieder müde und hungrig.

Besser ist es, eine Tasse Kaffee oder grünen Tee zu trinken. Beide machen wach und enthalten noch dazu Stoffe, die den Appetit dämpfen. Ein Forscherteam um Brett E. Carter von der University of Washington fand in einer Studie Hinweise darauf, dass Menschen, die Kaffee trinken, bei der darauffolgenden Mahlzeit weniger Kalorien aufnehmen. Praktischer Nebeneffekt: Wer Flüssigkeit im Magen hat, verspürt auch weniger Hunger.

4. Denken Sie an Essen - und zwar ständig

Es klingt paradox, scheint aber zu funktionieren: Wer sich wiederholt vorstellt, etwas zu essen, hat anschließend angeblich weniger Lust auf das konsumierte Lebensmittel. Das zumindest hat eine Studie von Forschern der Carnegie Mellon University in Pittsburgh ergeben. Die Wissenschaftler forderten eine Gruppe von Probanden dazu auf, sich vorzustellen, wie sie drei Münzen in einen Waschautomaten einwerfen und dann 30 M&Ms naschen. Eine weitere Gruppe sollte gedanklich 30 Münzen einwerfen und dann davon fantasieren, drei M&Ms zu verspeisen. Gruppe Nummer drei sollte in Gedanken 33 Geldstücke in die Maschine stecken. Am Ende boten die Wissenschaftler allen Probanden eine Schüssel mit M&Ms an. Tatsächlich: Wer von 30 M&Ms geträumt hatte, griff erheblich gezügelter zu als die Probanden, die vor allem an Münzen hatten denken müssen.

Die Forscher vermuten, dass ein psychologischer Mechanismus dahintersteckt: die sogenannte Habituierung, also die Gewöhnung an einen Reiz. Vereinfacht gesagt: Je öfter wir an Lebkuchen denken, umso geringer ist unsere Reaktion darauf - also unser Verlangen danach.

5. Seien Sie gnädig zu sich

Zu spät? Sie haben schon gefühlt 100 Zimtsterne, einen Schokoweihnachtsmann und drei Becher Glühwein intus? Dann machen Sie sich bloß keine Vorwürfe. Schuldgefühle verbrennen nämlich leider keine Kalorien. Stattdessen führen sie mitunter in einen ungesunden Teufelskreis: Man versucht, am nächsten Tag weniger zu essen, um seine "Sünden" auszugleichen und kämpft am Abend mit der nächsten Heißhungerattacke. Gönnen Sie sich lieber ab und zu bewusst etwas, dann fällt es Ihnen leichter, im Alltag standhaft zu bleiben.