Folgen Alkohol in geringeren Mengen schädlich


Nach neuen Forschungsergebnissen kann Alkohol schon in geringeren Mengen zu Schäden führen als bisher angenommen.

Nach neuen Forschungsergebnissen kann Alkohol schon in geringeren Mengen zu Schäden führen als bisher angenommen. Nicht nur Alkoholabhängige, sondern eine weitaus größere Gruppe von Konsumenten erleide durch langjährigen Konsum dauerhafte körperliche, psychische und auch soziale Schäden, warnte die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) am Dienstag in München. Bisher habe bei Frauen ein Genuss von etwa 20 Gramm reinem Alkohol täglich als risikoarm gegolten, mittlerweile sei von 10 bis 12 Gramm auszugehen, erläuterte der Leiter des Münchner Instituts für Therapieforschung IFT, Gerhard Bühringer. Das seien etwa ein Achtelliter Wein oder ein Viertelliter Bier.

Bei Männern galten bisher bis zu 40 Gramm Alkohol pro Tag als risikoarm, mittlerweile nehme man 20 bis 24 Gramm an. "Chronische Leberschäden bis hin zu Krebserkrankungen sind das Resultat langjährigen Überkonsums", betonte Bühringer. Bereits die früheren Grenzwerte seien von 20 Prozent der Bevölkerung überschritten worden. Die DHS forderte eine neue Diskussion über die bisher geltenden Werte für einen risikoarmen Konsum.

Nicht jeder Alkoholkranke benötige einen monatelangen Aufenthalt in einer Suchtklinik. Das neue Modell einer so genannten qualifizierten Entzugsbehandlung habe Abstinenzraten von bis zu 40 Prozent gebracht, berichtete der Sprecher des Wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS, Karl Mann. Allerdings gebe es Schwierigkeiten mit den Krankenkassen, die sich weigerten, die Behandlungsdauer von mindestens drei Wochen in einem Krankenhaus zu finanzieren.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker