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Helmholtz-Zentrum Braunschweig "Eindeutig ein Durchbruch" – Forscher kommen offenbar Covid-19-Medikament näher

Coronavirus-Antikörper
Die Coronavirus-Antikörper werden nun an Zellkulturen getestet (Symbolbild)
© Matthias Balk / DPA
Am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung haben Wissenschaftler Antikörper für das Coronavirus nachweisen können – den Angaben zufolge ist das ein wichtiger Schritt zu einem Medikament.

Bei der Erforschung des neuartigen Coronavirus haben Braunschweiger Wissenschaftler einem Medienbericht zufolge Antikörper nachweisen können, die das Virus am Eindringen in Zellen hindern. "Das ist eindeutig ein Durchbruch, der zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg für die Entwicklung eines Medikaments gegen Covid-19", sagte der Virologe Luka Cicin-Sain vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) der "Braunschweiger Zeitung" (registrierungspflichtiger Inhalt)

Mögliches Coronavirus-Medikament wird getestet

Cicin-Sain und sein Team haben dem Bericht zufolge 6000 verschiedene künstlich hergestellte menschliche Antikörper analysiert. Dabei fanden die Forscher mehr als 750 Antikörper, die an das Coronavirus andocken – eine Voraussetzung dafür, den Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Nun werden die Antikörper an Zellkulturen auf ihre Wirksamkeit getestet.

Ziel der Wissenschaftler ist keine Impfung sondern ein Arzneimittel, um schwerk ranke Corona-Patienten akut zu behandeln: "Das Wirkprinzip, mit dem wir arbeiten, ist die sogenannte Passiv-Immunisierung", sagte Stefan Dübel von der Technischen Universität Braunschweig. "Die Wirkung tritt sofort ein: Die Antikörper nehmen dem Virus das Potenzial."

Die Suche nach dem besten Antikörper-Kandidaten für ein späteres Medikament solle noch bis Mitte Juni fortgesetzt werden, sagte Thomas Schirrmann von dem an dem Projekt beteiligten Biotech-Unternehmen Yumab. Dann gelte es den Favoriten "auf Herz und Nieren" zu prüfen und die Entwicklung für die klinische Praxis vorzubereiten. "Unsere Vision ist, dass im Herbst die ersten Corona-Patienten mit dem Medikament behandelt werden", sagte Schirrmacher.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) würdigte die Leistung des Forscher-Teams: "Ich freue mich außerordentlich über diesen großen Erfolg der niedersächsischen Forschungseinrichtungen, der auf bessere Heilungserfolge bei Covid-19 hoffen lässt", sagte der Politiker der Zeitung.

wue AFP

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