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Wissenschaft schnell erklärt Was passiert, wenn Sportler Muskelkrämpfe haben?

Sprechertext: 


Spätestens in der Nachspielzeit ist es soweit: dramatische Großaufnahmen schmerzverzerrter Gesichter der Fußballer. Und Spieler, die ihren Kameraden helfen, ihre Wadenmuskulatur zu dehnen ­indem sie etwa die Fußspitze kräftig nach oben biegen. Klare Sache: Ein Krampf.Wenn die Erschöpfung groß ist, der Bestand an Wasser und an Salzen im Körper stark abgesunken ist und die Anstrengung Muskeln und Nerven ausgelaugt hat, kann es zu Krämpfen kommen. Aber was löst den Krampf aus, bei dem sich der Muskel
vollständig und lange voll zusammenzieht? Populäre Erklärungen: Der Wassermangel selbst oder ein Verlust des Elektrolyts Magnesium. Viele nehmen es deswegen bei akuten Krämpfen ein. Aber sicher, dass das dann auch wirkt, ist sich die Wissenschaft keineswegs. Sicher ist nur: Die präzise Abstimmung zwischen dem Muskel und den Nerven ist gestört. Falsche elektrische Signale verursachen das Einrasten in einer extrem zusammengezogenen Position. Ob Störungen des Elektrolythaushaltes stets die direkte Ursache dieser
falschen Steuerung sind, ist unklar. Denn viele Krämpfe lassen sich durch Gabe von
Elektrolytlösungen eben nicht lösen. Zur Vorbeugung werden sie dennoch gern
eingesetzt, ebenso wie ein intensives, ausgeglichenes Training: Höhere Fitness senkt das Risiko eines Krampfs. Weil letztlich falsche elektrische Signale der Nerven den
Krampf auslösen, haben Kölner Sportmediziner vor Kurzem ein neues Verfahren erprobt: Mit Elektroden leiteten sie gepulste Ströme in den geplagten
Muskelbereich. Damit konnte sie den Verkrampften wirksam helfen. Womöglich ist das eine aussichtsreiche Methode. Bis sich zeigt, welche Strategie am besten hilft, bleibt es bei der alten Empfehlung: Erstens reichlich trinken. Zweitens gut
trainieren. Und drittens den Salzhaushalt des Körpers durch isotonische Getränke ausgeglichen
halten. Ein Klassiker, neben speziellen Sportgetränken: Apfelschorle.
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Professionelle Sportler trifft es genauso wie Amateure: Jeder hatte schon mal einen Krampf. Wenn sich der Energiespeicher am Ende einer harten Sporteinheit senkt, zieht sich ein Muskel vollständig und dauerhaft zusammen. Warum das so ist: einfach und verständlich erklärt.

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