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Friedrich-Löffler-Institut: Kämpfer an der Virus-Front

Das Friedrich-Löffler-Institut ist das weltweit älteste virologische Forschungsinstitut. Bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Vogelgrippe spielt es eine zentrale Rolle.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit oder auch Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) spielt in Sachen Vogelgrippe eine zentrale Rolle in Deutschland. Die Experten sind unter anderem dafür zuständig, Proben von verdächtigen Vögeln zu untersuchen und Erreger nachzuweisen. Bereits jetzt arbeitet das FLI intensiv an der Entwicklung neuartiger Impfstoffe für Nutzgeflügel.

Besonders wichtig sind dabei so genannte Marker-Impfstoffe, mit denen geimpfte und infizierte Tiere sicher unterschieden werden können. Die Einrichtung auf der Insel Riems im Greifswalder Bodden forscht neben der Geflügelpest auch an anderen Infektionskrankheiten landwirtschaftlicher Nutztiere.

Es handelt sich um eine selbstständige Behörde, die dem Bundesverbraucherministerium untergeordnet ist und sich in vier Teile mit acht Instituten gliedert. Auf Riems sind die Institute für Molekularbiologie, Virusdiagnostik, Infektionsmedizin und für neue Tierseuchenerreger angesiedelt. Weitere Standorte gibt es in Tübingen, im brandenburgischen Wusterhausen und in Jena.

Im Jahr 1910 gegründet

Das Institut auf Riems ist die weltweit älteste virologische Forschungsstätte. Benannt ist sie nach dem Geheimen Medizinalrat Friedrich Loeffler, der die Forschungseinrichtung 1910 gründete. Loeffler entdeckte 1898 den Erreger der Maul- und Klauenseuche (MKS) und gilt damit als einer der Begründer der Virologie.

Wegen seiner umfangreichen Tierexperimente kam es im Greifswalder Umland immer wieder zu MKS-Ausbrüchen. Daher entschloss er sich, die isolierte Insel Riems zu nutzen. Mit einer Unterbrechung während des Ersten Weltkrieges ging die Forschungsarbeit auf Riems kontinuierlich weiter. 1943 wurden die Einrichtungen in die Reichsforschungsanstalt überführt.

Mit Kriegsende ging die Ausstattung als Reparationsleistung größtenteils verloren. Unter dem Eindruck der in Europa wütenden Maul- und Klauenseuche wurde die Arbeit schon 1946 wieder aufgenommen. Auch in DDR-Zeiten standen die MKS, die Schweinepest, Erreger von Geflügelseuchen und anderen Viruskrankheiten im Mittelpunkt der Arbeit.

Neue Labore und Ställe für 150 Millionen Euro

Nach der Wiedervereinigung wurden die Institute auf Riems als Bestandteil der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere neu gegründet. Im Jahr 2001 kam im Zuge der BSE-Krise das Institut für neue und neuartige Tierseuchenerreger auf Riems hinzu. Auf dem abgeschirmten Eiland nahe der Universitätsstadt Greifswald arbeiten etwa 240 Mitarbeiter, davon gut ein Fünftel Wissenschaftspersonal.

Bis zum Jahr 2010 sollen auf der Insel für 150 Millionen Euro neue Labor- und Stallbereiche gebaut werden. Damit entsteht das modernste Tierseuchenforschungsinstitut Europas. Gleichzeitig sollen die Standorte Tübingen und Wusterhausen aufgegeben und auf die Insel verlagert werden.

AP / AP

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