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Frühlingsbeginn: Hurra, der Lenz ist da!

Der Frühling hat begonnen. Vielerorts sind an diesem Wochenende bis zu 20 Grad möglich. Allerdings gibt es dazu reichlich Regen und sogar Gewitter. Was Allergiker und Menschen mit Frühjahrsmüdigkeit nun wissen müssen.

Der kalendarische Frühling startet mit angenehmen Temperaturen: Bis zu 20 Grad sind am Wochenende möglich, allerdings bei tristem Grau in Grau. Doch nicht alle können sich ungetrübt über den Frühling freuen. Weil die Natur ihren Rückstand aufzuholen beginnt, sollten sich Allergiker darauf einstellen, dass die Pollen besonders stark fliegen. Pünktlich mit dem Lenz ist auch ein anderer ungebetener Gast wieder da: die Frühjahrsmüdigkeit. Fragen und Antworten rund um den Frühling.

Wie weit ist die Natur im Rückstand?

"Etwa zwei Wochen", sagen die Agrarmeteorologen des Deutschen Wetterdienstes. Allerdings kommt jetzt schnell Leben in die Pflanzenwelt: "In günstigen Lagen zeigt der Huflattich bereits seine Blüten." Für die Landwirtschaft ist dies das Startzeichen, dass die Bestellung des Sommergetreides beginnen kann.

Wann wird die Obstblüte beginnen?

So richtig nach Frühling sieht es aus, wenn die Obstbäume in voller Blüte stehen. "Dies wird sich in diesem Jahr um einige Tage verspäten", prognostiziert der Wetterdienst. Den Beginn der Süßkirschenblüte an der Bergstraße, in der Vorderpfalz und am Niederrhein erwarten die Experten für zehn Tage nach Ostern (um den 14. April). "Wenige Tage später öffnen sich üblicherweise die Blüten im Rhein-Main-Gebiet, und um den 20. April werden die Süßkirschen auch im Saarland und in Westfalen zu blühen beginnen." Zuletzt folgen die Bundesländer im Nordosten und die Gebiete über 400 Meter.

Welche Pollen fliegen schon jetzt?

Die Schonzeit für Allergiker ist vorbei. In der Westhälfte und in der Mitte Deutschland gibt es bereits eine mäßig starke Belastung mit Hasel- und Erlenpollen. "Nach dem langen, harten Winter vermehren sich die Pollen in einigen Regionen jetzt geradezu explosionsartig", sagt Thomas Fuchs, Dermatologe an der Uniklinik Göttingen. Birken- und Gräserpollen fliegen allerdings erst später.

Wie stark wird die Pollenbelastung?

"In geraden Jahren ist der Baumpollenflug stärker als in ungeraden", betont Fuchs. Auch die Birke, die der allergologisch aggressivste Baum unter den Frühblühern ist, hält sich an einen Zwei-Jahres-Rhythmus: 2010 droht ein Birkenjahr zu werden. Ohnehin hat der Flug von Baum- und Gräserpollen als Folge der Klimaerwärmung in den vergangenen Jahren zugenommen. Ob Erle, Haselnuss oder Birke: Wo gerade welche Pollen fliegen, können Sie hier tagesaktuell erfahren.

Was richten Pollen an und was kann man tun?

Bestimmte Allergene verursachen Entzündungen der Augen, der Nasenschleimhaut und der oberen Luftwege. Etwa jeder fünfte Bundesbürger leidet daran. "Wer schwere Entzündungen nicht bekämpft, kann nach längerer Zeit chronische Beschwerden wie Asthma bekommen", warnt Fuchs. Seine Faustformel: "Wer sich stark belastet fühlt und sich am liebsten in einem kühlen, dunklen Zimmer verkriechen würde, sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen." Dieser kann Antihistaminika verschreiben, die das Schniefen abmildern und bei stärkeren Beschwerden Cortisonsprays verordnen. Er empfiehlt außerdem die sogenannten Hyposensibilisierungen, die Patienten unempfindlich gegen Allergene machen sollen: "In vielen Fällen lassen sie Allergien für Jahre verschwinden. Außerdem helfen sie, chronische Beschwerden und neue Allergien zu verhindern."

Was steckt hinter der Frühjahrsmüdigkeit?

Ausgerechnet im Frühjahr fühlen sich viele Menschen schlapp und müde. Mindestens jeder vierte Bundesbürger leidet unter Frühjahrsmüdigkeit: Sie beginnt mit dem Erwachen der Tier- und Pflanzenwelt im März und dauert maximal drei bis vier Wochen. Die Symptome ähneln dem von Flugreisen bekannten Jetlag. Die Betroffenen leiden unter Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen, einige sogar unter depressiven Stimmungen. Schuld sind Schwierigkeiten des Körpers bei der Umstellung auf die neuen, frühlingshaften Gegebenheiten bei Licht und Temperatur, die genauen Ursachen sind wenig erforscht.

Was kann man gegen diese Schlappheit tun?

Medikamente sind nicht nötig, die Therapie ist denkbar einfach: Bei Bewegung im Freien sollte man so viel Licht tanken wie irgend möglich - dies hilft dem Körper bei der Umstellung vom Winter auf den Sommer.

Wie wird das Wetter am Frühlingswochenende?

Durchwachsen. Zwar wird es mild, aber oft auch regnerisch. Ab dem Samstagnachmittag kann es stärker schauern oder gewittern. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 8 und 18 Grad, im Süden sogar noch leicht darüber. Ähnlich mittelmäßig wird es am Sonntag: Die Temperaturen steigen zwar auf angenehme 10 bis 17 Grad, doch gleichzeitig fällt reichlich Regen.

APN, Matthias Armborst / APN

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