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Fünf Todesfälle: Schlankmacherpille unter Verdacht

Das Medikament Acomplia des Pharmaunternehmens Sanofi-Aventis wird seit der Einführung in Großbritannien vor zwei Jahren mit dem Tod von fünf Patienten in Verbindung gebracht. Die Schlankmacherpillen enthalten den Wirkstoff Rimonabant, der Studien zufolge das Risiko für Depressionen und Angstzustände erhöht.

Eine von der britischen Arzneimittelkontrollbehörde MHRA veröffentliche Studie listet das Medikament zur Behandlung von Fettsucht in 720 Fällen wegen unerwünschter Nebenwirkungen auf, davon in fünf Fällen mit tödlichen Folgen.

In einer ersten Reaktion wies ein Konzernsprecher in Paris darauf hin, dass "kein direkter Zusammenhang" mit dem Tod der Patienten festgestellt worden sei: In drei Fällen sei der Tod durch Herz-Kreislaufprobleme verursacht worden, an denen die Patienten schon vorher gelitten hätten, in einem weiteren Fall sei der Patient an einer Infektion gestorben. Der fünfte Patient hatte sich umgebracht.

Das Medikament enthält den Wirkstoff Rimonabant, der laut Studien das Risiko für Depressionen und Angstzustände erhöht. In der Europäischen Union ist Acomplia seit Juni 2006 zugelassen. Acomplia ist umstritten, seit ein Beraterausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA das Medikament mit der Begründung ablehnte, es könnte Depressionen und Selbstmordgedanken auslösen. In Europa ist der Schlankmacher zwar seit 2006 zugelassen, muss inzwischen aber mit schärferen Warnhinweisen versehen werden. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, es Patienten mit Depressionen zu verabreichen. In Deutschland wird das Präparat von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet, da es als Lifestyle-Medikament angesehen wird.

AFP/Reuters / Reuters
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