FORSCHUNG Gen-Schalter gegen Fettsucht entdeckt


US-Forscher haben einen Schalter entdeckt, der den Fettaufbau im Körper steuert. Dieses Gen spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob der Körper Fett speichert oder abbaut.

US-Forscher haben einen Schalter entdeckt, der den Fettaufbau im Körper steuert. Dieses Gen für das Enzym SCD-1 spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, ob der Körper Fett speichert oder abbaut. Der Schalter selbst werde maßgeblich von dem Hormon Leptin beeinflusst, schreiben die Wissenschaftler im US- Fachjournal »Science« (Bd. 297, S. 240) von diesem Freitag. Leptin blockiert das Gen und damit die Herstellung des Enzyms SCD-1 in der Leber. Da das Enzym nötig ist, um bestimmte Fettsäuren herzustellen, baut der Körper daraufhin weniger Fett auf.

Hoffnung auf Behandlung gegen Übergewicht

Die Entdeckung könne zu einer neuen Behandlung gegen starkes Übergewicht und gegen die so genannte Fettleber führen, hoffen die Forscher um Paul Cohen und Jeffrey Friedman von der Rockefeller Universität in New York.

Im Tierversuch erfolgreich

Genveränderte Mäuse, die weder Leptin noch SCD-1 herstellten, hatten 40 Prozent weniger Fett im Körper als Mäuse, denen lediglich Leptin fehlte. Beide Gruppen hatten im Laborversuch jedoch gleichviel gefressen. Zugleich verbrannten die Mäuse ohne Leptin und SCD-1 wesentlich mehr Fett. SCD-1 steht für Stearoyl-CoA-Desaturase-1. »SCD-1 scheint ein wichtiger Kontrollpunkt zu sein und könnte als ein Schalter entscheiden, ob Fett gespeichert oder abgebaut wird«, erläuterte Friedman.

Kein Einfluss auf Nahrungsaufnahme

Die Rolle von Leptin als Appetitzügler ist seit langem bekannt, sicher war bislang aber auch, dass es noch weitere unerforschte Funktionen hat. »Leptin verursacht eine Gewichtsabnahme, weil es zu verminderter Nahrungsaufnahme führt und den Energieverbrauch erhöht«, sagte Cohen. Indem Leptin die Genaktivität von SCD-1 unterdrücke, rege es vermutlich auch noch eine biologische Kaskade an, die zur Fettverbrennung führe. »Es ist sowohl interessant als auch wichtig, dass ein Mangel an SCD-1 das Übergewicht reduziert, ohne einen Einfluss auf die Nahrungsaufnahme zu haben.«

Das Leptin-Gen war bereits 1994 in Friedmans Labor entdeckt worden, Leptin selbst im darauf folgenden Jahr.


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