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US-Bundesstaat Texas: Mädchen infiziert sich beim Schwimmen mit gehirnfressender Amöbe - und kämpft um sein Leben

Beim Schwimmen in einem Fluss steckte sich ein zehnjähriges Mädchen aus dem US-Bundesstaat Texas mit einer gefährlichen Amöbenart an. Auf Facebook bittet die Familie des Mädchens um Gebete.

Naegleria fowleri

Amöbenart Naegleria fowleri

Getty Images

In den USA kämpft ein Mädchen um sein Leben, nachdem es sich beim Schwimmen eine seltene, aber lebensgefährliche Infektion mit dem Einzeller Naegleria fowleri zugezogen hat. Die Amöbe lebt bevorzugt in warmen Gewässern wie Seen, Flüssen oder Quellen. Wird kontaminiertes Wasser durch die Nase eingeatmet, kann die Amöbe bis zum Gehirn vordringen und eine Infektion auslösen, die das Hirngewebe zerstört und in den meisten Fällen tödlich verläuft. In den USA gab es zwischen den Jahren 1962 und 2018 insgesamt 145 gemeldete Infektionen mit Naegleria fowleri - nur vier Patienten überlebten. 

Wie die Cousine des Mädchens auf Facebook berichtet, habe sich die Infektion bei der Zehnjährigen zunächst mit Fieber und Kopfschmerzen bemerkbar gemacht. Die Ärzte hätten zunächst an eine herkömmliche virale Infektion gedacht und die Familie wieder nach Hause geschickt. Am nächsten Morgen sei das Mädchen nicht ansprechbar gewesen. Seitdem werde die Zehnjährige im "Cook Children's Medical Center" in Fort Worth, Texas, behandelt. Bei einer Lumbalpunktion sei schließlich festgestellt worden, dass es sich um eine Infektion mit Naegleria fowleri handelt.

Wie der Fernsehsender "KXAS-TV" berichtet, sei das Mädchen in ein künstliches Koma versetzt worden, um die Schwellung des Gehirns behandeln zu können. Zudem erhalte sie antimikrobielle Medikamente. "Sie ist eine Kämpferin", erklärte der Vater des Mädchens gegenüber dem TV-Sender. "Sie ist stärker als jede andere Person, die ich kenne."

Die Familie hat eine Facebook-Gruppe eingerichtet, die aktuell mehr als 20.000 Mitglieder zählt. Unter dem Hashtag #LilyStrong veröffentlichen Familienangehörige regelmäßig neue Informationen über den Gesundheitszustand der Zehnjährigen. Außerdem bitten sie um Gebete für die Genesung des Mädchens. 

Infektionen mit Amöben sind sehr selten

Obwohl die Amöbenart in US-amerikanischen Gewässern relativ häufig vorkommt, sind Infektionen sehr selten. Wie das Center for Disease Control and Prevention (CDC) mitteilt, sei es ungefährlich, kontaminiertes Wasser zu trinken. Eine Übertragung sei nur dann möglich, wenn das Wasser in die Nase gelange. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei nicht möglich. Die Amöbe lebe zudem nur in Süßwasser.

Die ersten Symptome nach einer Infektion zeigen sich im Schnitt nach etwa fünf Tagen: Betroffene klagen über Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit. Später kommen Nackensteifigkeit und Krampfanfälle hinzu. Die Wahrnehmung Erkrankter ist stark eingeschränkt. Nach Beginn der Symptome führt die Krankheit meist binnen weniger Tage zum Tod.

Gegen die Infektion gibt es bislang keine anerkannte Therapie. Es gebe Medikamente, die im Labor wirksam seien, aber deren Wirksamkeit am Menschen nicht bewiesen sei, berichtet das CDC. Ein vielversprechender Ansatz könnte ein Medikament namens Miltefosin sein, berichtet die Behörde weiter. Zwei Erkrankte hätten Infektionen mit Naegleria fowleri kürzlich überlebt, nachdem sie mit dem Mittel und weiteren Medikamenten behandelt worden waren.

ikr
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