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Mehr Tests, mehr Kurzarbeitergeld: Nächstes Corona-Paket: Welche weiteren Hilfsmaßnahmen die Regierung jetzt treffen will

Erst vor wenigen Wochen wurden zahlreiche Regelungen verabschiedet, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Nun sollen eine Reihe weitere folgen - es geht auch um ein klareres Lagebild der Pandemie.

Ein Ärztin impft eine Patientin mit dem aktuellen Impfstoff der Saison 2019/2020 "Infusplit Tetra" gegen Grippe

Das Maßnahmen-Paket umfasst auch mehr Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison

DPA

Mehr Tests, mehr Unterstützung für Arbeitnehmer, mehr Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison: Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch weitere Hilfsmaßnahmen auf dem Weg bringen, um Folgen der Corona-Krise auf breiter Front abzumildern. Dazu bringen mehrere Ressorts Gesetzespläne ein. Ein Paket von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht auch umfassendere Meldepflichten für Ärzte und Labore vor. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Krisenmaßnahmen umsetzen, die die Koalitionsspitzen beschlossen hatten. Dazu gehört ein befristet höheres Kurzarbeitergeld bei länger andauerndem Bezug.

Die Pläne folgen auf milliardenschwere Hilfen, die bereits in den vergangenen Wochen beschlossen wurden. Sie knüpfen auch daran an, dass der Bundestag Ende März eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" festgestellt hat - dies gibt dem Bund vorübergehend mehr Durchgriffsmöglichkeiten in der Pandemie-Bekämpfung. 

Auch diese Maßnahmen sollen beschlossen werden:

Tests: Labore quer durch die Republik werten seit Wochen schon Hunderttausende Corona-Tests aus. Nun soll die Grundlage für noch mehr Tests geschaffen werden, die die gesetzlichen Kassen bezahlen - ausdrücklich auch für Reihenuntersuchungen zum besseren Schutz von Pflegekräften und Pflegebedürftigen, wie Spahn angekündigt hatte.

Meldepflichten: Labore und Ärzte sollen den Gesundheitsämtern künftig nicht mehr nur Verdachtsfälle einer Infektion, bestätigte Fälle und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 melden müssen - sondern auch negative Testergebnisse und wieder genesene Fälle. Ziel ist, einen besseren Überblick über die Entwicklung der Epidemie zu bekommen.

Pflege:  Die Regierung will die Kosten teilen, damit Pflegekräfte einen Corona-Bonus von bis zu 1500 Euro bekommen können: ein Drittel sollen die Länder und die Arbeitgeber übernehmen, zwei Drittel die Pflegekassen - jedoch soll in der zweiten Jahreshälfte auch noch über einen Bundeszuschuss entschieden werden. An dem Plan gibt es Kritik.

Grippe-Vorsorge: Für die kommende Grippesaison 2020/2021 soll eine größere Reserve an Impfstoff für die übliche Influenza eingeplant werden. Spahn sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Gleichzeitig viele Grippe- und Corona-Kranke zu versorgen, könnte unser Gesundheitssystem überfordern." Der Bund beschaffe erstmalig auch direkt zusätzlich 4,5 Millionen Impfdosen gegen Grippe.

Arbeitsplatz

Arbeitnehmer: Arbeitsminister Heil legt ein Gesetzespaket vor, das Beschäftigten in der Krise helfen soll. Unter anderem soll nach einem Beschluss der Koalitionsspitzen das Kurzarbeitergeld bei längerem Bezug befristet auf bis zu 80 Prozent des letzten Nettolohns erhöht werden - bei Menschen mit Kindern auf bis zu 87 Prozent. Bisher sind es 60 oder 67 Prozent. Arbeitslosengeld soll länger zu bekommen sein.

jek / DPA

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